Mittwoch, 25. September 2013

immeer von Henriette Vásárhelyi

Nachdenkliche Lektüre

Alles beginnt am Meer. Alles endet am und im Meer. Dies ist die Geschichte von Eva. Eigentlich die Geschichte von Eva und Jan. Oder doch eher die Geschichte von Eva, die erzählt wie es war als Jan krank war und starb. Wie es war als Jan nicht mehr da ist und welchen Schmerz sie gefühlt hat, welchen Schmerz sie immer noch fühlt und wie sie sich in ihrer Wohnung verschanzt, wie sie sich aus dem Leben zurückzieht und lieber allein ist und mit den Fliegen anstatt den Menschen zu reden. Es ist aber auch die Geschichte von Monn, den sie kennenlernt, weil er Jans Nummer übernommen hat und von Heiner einen Freund, mit dem Jan und sie in einer WG gewohnt haben.

Dieses Buch ist keine leichte Lektüre und anfangs habe ich mich mit der Erzählweise, den Wechsel zwischen jetzt und früher, den Wechsel zwischen Realität und Traum schwer getan. Es war einfach sehr anstrengend und auch verwirrend und ich brauchte einige Zeit, um mich zurechtzufinden in der Welt und den Gedanken von Eva. Aber nach einiger Zeit ist es mir gelungen in sie einzutauchen und ihr zu folgen, ihre Schmerzen zu fühlen, ihre Verwirrtheit, ihre Trauer und ihre innere Leere zu verstehen und nachzufühlen. Ich finde es gelingt der Autorin mit ihrer Art der Erzählweise sehr gut die Gefühle und die depressive Stimmung von Eva einzufangen und widerzugeben. Es ist ein trauriges und nachdenkliches Buch, was seine Zeit hat und auch seine Zeit braucht, um zu wirken.

Dieses Buch bekommt von mir 8 von 10 Punkte. Wer sich nicht scheut sich mit der Thematik Verlust, Freundschaft und deren Auswirkungen auseinander zu setzen, dem kann ich dieses Buch als Lektüre empfehlen. Wer sich selbst eine Meinung über das Buch bilden möchte kommt hier zur Leseprobe.

© claude 

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