Mittwoch, 4. Dezember 2013

Interview mit Markus Walther

Im April diesen Jahres hatte ich die Gelegenheit im Bücherforum Buchgesichter an einer sehr lustigen, unterhaltsamen, aber auch sehr familiären Leserunde zum Buch Buchland von Markus Walther teilzunehmen. Alle Leserinnen waren total begeistert von der Geschichte, welche vorrangig in einem Antiquariat spielt. Stimmen wurden laut, dass man unbedingt eine Fortsetzung haben wollte. Natürlich verfolge ich regelmäßig Markus Aktivitäten und so weiß ich auch, dass bereits der 2. Teil geschrieben wird. Wunderbar.

Bereits im Spätsommer habe ich dann eine Anfrage an Markus gesendet, ob er nicht einer der ersten Autoren sein möchte, die auf meinem kleinen aber feinen Blog, einige Fragen für seine Leser beantworten möchte. Und was soll ich lange schwarfeln. Wer Markus kennt, der weiß er ist natürlich immer bereit Fragen zu beantworten und sich ihnen zu stellen.

Hier also nun mein kleines Interview mit Markus. Vergebt mir, wenn es ein wenig holprig sein sollte, aber es ist mein erstes Interview. Ich hoffe es gefällt euch.


1. War es schon immer dein Traum einmal als Schriftstellerin tätig zu sein? Was waren deine ersten Schritte auf dem Weg zur Schriftstellerei? Wie bist du eigentlich auf die Idee gekommen Bücher zu schreiben? Hast du vielleicht ein literarisches Vorbild?
 

Hui, das ist ja gleich ein Feuerwerk an Fragen!

Ein Traum ist das Schriftstellern für mich nicht. Es ist ein Hobby. - Es ist ein Hobby, in dem ich meine Kreativität ausleben kann. Dass es meine Geschichten nun auch im Buchhandel zu kaufen gibt, ändert nichts an der Tatsache, dass ich in erster Linie für mich schreibe. Ich würde auch ohne Publikum zu Stift und Papier greifen.

Meine ersten Schritte ... Sie gingen quer durch das Zimmer. Dann habe ich mich an den PC gesetzt und - Oh, falsch verstanden. Also wie ich angefangen habe: Als Schüler habe ich mir mal irgendwann ein Heft und den Füller geschnappt und einen Action-Roman geschrieben. Insgesamt waren es nachher 5 Hefte voll. Dann habe ich mir durchgelesen, was ich geschrieben habe. Ein fataler Fehler, denn die Hefte fanden sich rasch im Papierkorb wieder. Danach hatte ich noch zwei mal erfolglos versucht einen Roman zu schreiben. Mehr als die Einleitung ist es nie geworden. Deshalb habe ich mich lieber im Malen versucht. Pointillismus, Aquarell, Kalligraphie. Auch am Mischpult habe ich mich versucht und im Modellbau. Doch irgendwann kam ich zum Schreiben zurück, entdeckte die Kürzestgeschichte für mich und stellte überrascht fest, dass meine Shorties nicht für den Mülleimer produziert waren. Inzwischen sind vier Bücher voll mit Kurz- und Kürzestgeschichten veröffentlicht worden. Außerdem ist Anfang 2013 mein erster Roman "Buchland" erschienen.

Wie ich auf die Idee gekommen bin? Das war keine bewusste Entscheidung. Wenn eine Geschichte im Kopf rumspukt, dann will sie erzählt werden. So einfach ist das.

Ich eifere keinem Vorbild nach. Doch ich bewundere Terry Pratchett, Douglas Adams und Mark Twain. Sie verknüpfen Humor mit Philosophie auf geniale Art und Weise. Auch Stephen King muss ich benennen, da ich ihn in meiner Jugend oft und gerne gelesen habe.

2. Ist dein Autorenname ein Pseudonym oder hast du jemals daran gedacht dir ein Pseudonym für deine Leidenschaft Schreiben zuzulegen?

Es ist ein schönes Gefühl den eigenen Namen auf einem Buchcover zu sehen. Für ein Pseudonym bin ich viel zu eitel.

3. Wie sieht dein Alltag als Schriftsteller aus? Hast du ein bestimmtes Ritual bevor du mit einem neuen Buch beginnst?

Mein Alltag sieht so aus, dass ich nach dem Frühstück zur Arbeit gehe. Meinen Lebensunterhalt kann ich vom Schreiben nicht bestreiten. Nach dem Arbeiten bin ich ganz Familienmensch. Zwischendurch klaue ich mir mal hier und da eine Stunde zum Schreiben.

Ein Ritual vor einem neuen Buch? Da müsste ich mir mal eins ausdenken. Nackt über das Domplateau flitzen ... Na, lieber nicht. Mal ganz davon abgesehen, dass Ideen, wenn sie erst mal da sind, keinen Aufschub dulden. Also Laptop an, Notizen schreiben oder gleich mit der ersten Szene beginnen.
 

4. Wo bekommst du die Ideen für deine Bücher her? Wie wählst du die Namen für deine Figuren aus?

Die Frage, die immer gestellt wird. Die Frage, die immer so schwer zu beantworten ist. Inspirationen finde ich so ziemlich überall: In Gesprächen, in Filmen, Reportagen usw.
Klischees faszinieren mich und ich verwende sie gerne. Ich mag es im Leser mit diesen Klischees Erwartungen zu schüren. Und ich liebe es, diese Klischees zu brechen und was neues daraus zu machen.

Die Namen meiner Protagonisten sind manchmal rein zufällig, oftmals sind sie jedoch auch Anspielungen, Wortspiele oder Ehrerbietungen an reale Persönlichkeiten. Meistens sind diese Anspielungen so gut versteckt, dass nur ich sie erkenne.

5. Hast du auch schon einmal mit den Problem einer Schreibflaute zu kämpfen gehabt und wenn ja wie hast du dieses Problem gelöst?

Schreibblockaden kenne ich. Aber ich muss mich ihnen nicht ergeben. Wenn mir an der Tastatur nichts mehr einfällt, greife ich wieder zu Stift und Pinsel.

6. Welche drei Bücher werde ich in deinem Bücherregal finden, die ich unbedingt auch lesen sollte?

Nur drei Bücher. Manno!  Also eine kleine Auswahl Pflichtlektüre: "Eine Insel" von Terry Pratchett, "Per Anhalter durch die Galaxis" von Douglas Adams und "Die unendliche Geschichte" von Michael Ende.

7. Schreibst du lieber Serien- oder Einzelbücher?

Ich habe bislang nur Einzelbücher geschrieben. Manchmal gibt es aber mehr oder weniger gut versteckte Verknüpfungen zwischen den Stories.

8. Wie geht es dir, wenn du ein Buch beendet hast? Bist du dann erleichtert oder vielleicht auch ein wenig traurig?

Ich bin zufrieden. Ein tiefes -schwer in Worte zu fassendes- Gefühl der Zufriedenheit empfinde ich dann.

9. Was würdest du jemanden raten, der auch Schriftsteller werden will?

Suche dir ehrliche Kritiker.



Ich danke Markus für seine ausführlichen Antworten. Ich freue mich auf weitere Bücher, Leserunden und nette Gespräche mit Markus.

Hier kommt ihr noch einmal zu meinen Rezensionen von Buchland und EspressoProsa.

© claude

Kommentare:

  1. Wow, ein sehr interessantes und ausführliches Interview! Es war schön, ein wenig mehr über Markus zu erfahren :-) Bin schon gespannt, wen Du als nächstes interviewst ;-)
    LG Manu66

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  2. Micha Krämer wird als nächstes veröffentlich :-)

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  3. Irgendwie werde ich langsam neugierig auf BUCHLAND.

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    1. Uwe du sollltest das Buch unbedingt mal lesen.

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  4. Sehr schönes Interview. Ich liebe die Bücher von Markus und freue mich schon auf was Neues aus seiner Feder

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    1. Ja Markus war mal wieder sehr originell bei der Beantwortung der Fragen :-)

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  5. Das Interview ist so erfrischend und offen wie der Autor selbst :-))
    LG
    Emma

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  6. Eine typische Markus Aussage, wie immer witzig und doch informativ.
    Seine Bücher sind wirklich sehr lesenswert.
    Schönes Interview und weiter so!
    LG
    Regina

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