Dienstag, 31. Dezember 2013

Unruhe von Jesper Stein

Ein neuer Ermittler in Kopenhagen

Der Ermittler Axel Steen vom Kopenhagener Morddezernat wird nach Unruhen und Demonstrationen um ein Jugendzentrum auf den gegenüberliegenden Friedhof gerufen. Hier befindet sich eine männliche Leiche, die wie ein Autonomer angezogen ist. Schnell gerät die Polizei in Verdacht den Mann getötet zu haben. Schließlich wurde das Gelände von zwei Polizisten zur Tatzeit bewacht, die aber nichts ungewöhnliches bemerkt haben wollen. Wie ist die Leiche auf den Friedhof gekommen? Für Axel Steen stellen sich nun die folgenden Fragen: Wer war der Tote und wie konnte er getötet werden, obwohl eine Hundertschaft von Polizisten vor Ort war?

Dieser Krimi von Jesper Stein ist wirklich sehr unruhig. Nicht nur die Demonstrationen und Gewalttaten in Kopenhagen bringen den Leser diesen Eindruck nahe. Nein auch die Gemütslage des Ermittler wird durch Unruhe und Rastlosigkeit geplagt. Axel Steen hat unheimliche Angst an Herzversagen zu sterben. Diese Tatsache und auch seine sonstige persönliche Situation lassen ihn Nacht für Nacht nicht schlafen. Axel greift für einen Polizisten zu ungewöhnlichen Mitteln, um auch mal etwas Ruhe zu finden. Nach einem Joint kann er wunderbar schlafen.

Aber auch seine Ermittlungsmethoden laufen nicht immer mit den Gesetzen konform. So arbeitet er beispielsweise mit einer Journalistin zusammen und gibt ihr Details zum Ermittlungsstand, setzt Mafiagrößen unter Druck und ermittelt, obwohl er schon vom Fall abgezogen wurde.

In anderen Rezensionen habe ich schon gelesen, dass die Figur des Axel Steen nicht unbedingt als Sympathieträger angesehen wird. Aber mal ganz ehrlich. Braucht der Leser einen Ermittler der nur Sympathien hervorruft. Ich meine nein. Axel ist wie er ist. Unkonventionell, ruppig, ängstlich, aber auch mitfühlend und er liebt seine Tochter. Das er sein Leben nicht perfekt im Griff hat macht ihn doch menschlich und so sollte ein Ermittler in einem Krimi auch sein. Perfekt ist auch langweilig und das ist dieser Krimi von Jesper Stein auf keinen Fall.

Anfangs hatte ich ein paar Probleme in die Geschichte einzutauchen. Aber nach einiger Lesezeit habe ich die Person Axel Steen besser kennengelernt und konnte so der Geschichte dann auch gut folgen.

Dieser Krimi bekommt von mir 8 von 10 Punkte, weil ich die Unruhe von Axel Steen gut nachvollziehen und verstehen konnte. Wer sich selbst eine Meinung über das Buch bilden möchte kommt hier zur Leseprobe.

© claude 

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