Mittwoch, 22. Januar 2014

Interview mit Tim Boltz

Ich habe im letzten Jahr zusammen mit weiteren Buchliebhabern bei einer Leserunde von LovelyBooks das Buch Linksträger von Tim Boltz gelesen. Bei bestem Sommerwetter habe ich also mit offener Balkontür gelesen und habe durch meine heftigen Lachanfälle bei der Lektüres dieses wirklich sehr lustigen Buches meine Nachbarn wunderbar und teilweise auch sehr lautstark unterhalten. 

Ich bin immer noch total begeistert von Tims Erzählstil und seinem Humor. Seit der Lektüre von Linksträger bin ich ein großer Fan von Tims Arbeit.  Leider hat wurde im Rahmen der Leserunde auch schnell klar, dass es keinen neuen Roman mit Robert Süßemilch mehr schreiben wird. Aber ich hoffe doch sehr, dass wir demnächst etwas anderes von Tim zu lesen bekommen.


Hier findet ihr nun ein kleines Interview mit Tim. Geduldig hat er meine Fragen beantwortet. Aber lest doch einfach selbst.

1. War es immer schon dein Traum einmal als Schriftstellerin tätig zu sein? 
 
Nein, sicher nicht. Ich war auch in der Schule nicht unbedingt eine Koryphäe und mein Deutschlehrer wäre wohl ebenfalls jede Wette eingegangen, dass aus mir kein Schriftsteller werden würde.

2. Wie bist du eigentlich auf die Idee gekommen Bücher zu schreiben? Hast du vielleicht ein literarisches Vorbild?

Nein, ein Vorbild habe ich nicht. Man sollte auch immer eher seinen eigenen Weg gehen. Aber natürlich findet man bei diversen Kollegen Anregungen was Tempo, Setting, Charakterprofile oder Spannungsbögen angeht. Zum Schreiben bin ich gekommen, als ich in der Sport-Redaktion der Jugendzeitschrift BRAVO gearbeitet hatte.

3. Wie sieht dein Alltag als Schriftsteller aus?

Das stellt man sich meist romantischer vor als es wirklich ist. Ich mache mir nicht jeden morgen erstmal eine Kanne Tee, gehe eine Stunde im Herbstlaub spazieren und schreibe dann meine Gedanken nieder. Ich bin vielmehr ein Nachtschreiber. Es kann dann durchaus auch mal bis zum Sonnenaufgang gehen.

4. Hast du ein bestimmtes Ritual bevor du mit einem neuen Buch beginnst?
 
Nein, besondere Rituale, um eine Inspiration zu bekommen habe ich nicht. Die meisten Ideen hat man eher im Alltag. Beim Einkaufen, Auto-Fahren oder auch beim Toilettengang. Es gibt aber durchaus Kollegen, die immer nur im gleichen T-Shirt schreiben oder an einem ganz bestimmten Platz im Haus.

5. Wie wählst du die Namen für deine Figuren aus?
 
Unterschiedlich. Manchmal ist es von Anfang an klar, dass die Person so heißen wird, bei Robert Süßemilch war das der Fall. Andere Namen wähle ich weniger bedacht aus, sondern schaue im Videotext den nächstbesten Namen raus. Wenn also demnächst eine Figur Skywalker heißt, könnte es sein, dass ich gerade Star Wars gesehen habe...

6. Hast du auch schon einmal mit den Problem einer Schreibflaute zu kämpfen gehabt und wenn ja wie hast du dieses Problem gelöst?
 
Ja, das gibt es immer mal wieder, ist aber normal. Da mache ich mir wenig Gedanken drüber. Meist geht das auch schnell wieder vorüber. Es ist wie in jedem anderen Beruf auch: Mal gibt es gute, mal weniger gute Tage.

7. Welche drei Bücher werde ich in deinem Bücherregal finden, die ich unbedingt auch lesen sollte?
 
Ich habe da eine interessante Comedy-Trilogie im Regal stehen, die ich jedem nur empfehlen kann. "Weichei", "Nasenduscher" und "Linksträger"...

8. Schreibst du lieber Serien- oder Einzelbücher?
 
Das kommt auf das Thema an. Robert hat mir einfach so viel Spaß gemacht, dass ich ihn auch über drei Jahre ertragen konnte. Das nächste Projekt wird jedoch eher ein Einzelbuch.

9. Wie geht es dir, wenn du ein Buch beendet hast? Bist du dann erleichert oder vielleicht auch ein wenig traurig?
 
Der schlimmste Moment ist nicht der Punkt, an dem man das Buch beendet hat, sondern wenn man das Buch beim Verlag abgibt oder es im Handel herauskommt. Damit gibt man sich immer jeglicher Kritik preis und fragt sich, warum man sich das immer wieder antut. Schließlich kann man nichts mehr an dem Buch ändern. Eine gewisse Machtlosigkeit macht sich da gerne breit.

10. Was würdest du jemanden raten, der auch Schriftsteller werden will?
 
Beharrlich bleiben, jedoch nicht blind für Kritik und ehrliche Worte Dritter werden. In erster Linie sollte man Schreiben, weil es Freude bereitet und nicht aus der Motivation heraus, einen Bestseller verfassen zu wollen. Dann kann das Schreiben eine tolle Bereicherung für jeden werden.


 

Danke Tim, dass du dir die Zeit für meine Frage genommen hast und den Titel ComedyAutor hast du meiner Meinung nach auch wirklich verdient. 

Wenn ihr jetzt auch Lust auf die Comedy-Triologie bekommen habt, dann könnt ihr euch schon einmal hier von Tims Talent überzeugen lassen.

© claude


1 Kommentar:

  1. Interessante Fragen, interessante Antworten! Toll fand ich den Satz, dass Schreiben nich so romantisch ist XD

    AntwortenLöschen