Montag, 12. Mai 2014

Gastrezension - Deichmörder von Hendrik Berg

Eva. Endlich.

„Er sprach mit ihr. Seine Lippen bewegten sich kaum merkbar, als er versuchte zu erklären, was er heute getan hatte. Dass es nicht seine Schuld gewesen war. Aber so sehr er sich bemühte, es wollte ihm nicht gelingen.

Aber musste sie überhaupt alles wissen? Es gab Dinge, die sollte sie gar nicht erfahren. Sie war ein Engel. Sie war die Einzige, die ihn retten konnte. Dafür war es seine Aufgabe, sie vor den Grausamkeiten des Lebens zu beschützen. Irgendwann. Wenn sie wieder an seiner Seite war. Und er war sicher, ganz sicher, dass das nur eine Frage der Zeit war.“

Stein glaubt, dass Eva die Frau seines Lebens ist. Eva, die er in Berlin über Monate hinweg auf Schritt und Tritt verfolgt hat. Er will ihr doch nur zeigen, wie sehr er sie liebt! Vor Gericht wurde ihm mitgeteilt, dass er sich Eva nicht mehr nähern dürfte. Aber was verstehen die schon? Oder ihr Mann… Aus Berlin wegzuziehen, irgendwohin, das war doch sicher seine Idee. Stein weiß genau – er muss sie wiederfinden.

Und Till und Eva? In einem kleinen Ort in Nordfriesland wollen sie ein neues Leben beginnen. Die Verfolgung in Berlin hat Eva so zugesetzt, dass sie ständig von Ängsten und Alpträumen geplagt wird. Aber niemand weiß, wohin sie verzogen sind. Also sind sie in Sicherheit. Niemand wird mehr ihr Leben oder ihr Glück bedrohen, oder?

Entgegen Tills Hoffnungen bessert sich Evas Verfassung nicht, ganz im Gegenteil. Und was hat es mit diesen eigenartigen Gerüchten auf sich, die man sich im Dorf erzählt? Gerüchten über mysteriöse Dinge, die in der Gegend geschehen. Und in seinem Haus.

Zeitgleich bemüht sich in Berlin ein Polizist, Stein nicht aus den Augen zu verlieren. Anders als das Gericht und seine Kollegen ist er davon überzeugt, dass Stein mehr ist als nur ein Stalker…

Kriminalroman steht auf dem Buch. Ich hätte Thriller draufgeschrieben, denn an Spannung fehlt es in diesem Buch absolut nicht! Immer, wenn es im Kapitel um Stein geht, um das, was er gerade denkt oder tut, lief mir ein Schauer den Rücken runter. Dieser Mensch ist wirklich krank! Und schnell war mir klar, dass er seine Suche nach Eva nicht aufgeben wird.

Auch die psychischen Belastungen, denen Till und Eva ausgesetzt sind, werden sehr schön herausgearbeitet. Leicht kann man sich vorstellen, wie eine solche Belastung auch eine funktionierende Ehe ruinieren kann. Und dazu kommen noch diese ganzen unheimlichen Dinge, die Eva sieht. Diese unerklärlichen Ängste, die sie manchmal befallen und die immer wiederkehrenden Alpträume. Sind das Wahnvorstellungen oder gibt es am Ende tatsächlich ein dunkles Geheimnis in ihrem Haus?

Ich kann nur sagen, das Buch hat mich in einem Sog erfasst und nicht mehr losgelassen. Spannend, eindringlich, mysteriös – klasse!10 von 10 Punkte für dieses Buch.

Wer sich selbst eine Meinung zu diesem Krimi bilden möchte findet hier eine Leseprobe.

© Manu

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