Mittwoch, 18. Februar 2015

True Crime von Sam Millar

Das Leben von Sam Millar

Sam Millar ist ein katholischer Junge aus Nordirland, der aber auch protestantische Wurzeln hat. Dieser Konflikt der seit ewigen Zeiten in Belfast tobt zieht sich somit komplett durch Millars Familie. Seine Jugend verbringt auf den Straßen von Belfast. Sehr früh arbeitet er im Schlachthof, wird Mitglied in der IRA und kommt schließlich ins Gefängnis. Jahre wird er im härtesten Knast Europas verbringen, in denen er um seine Würde und für die Gerechtigkeit kämpft. Nach seiner Entlassung geht er nach New York, arbeitet in illegalen Casinos, eröffnet einen Comicladen und plant seinen größten Coup mit den Sam Millar Kriminalgeschichte schreiben wird.

Diese Geschichte von Sam Millar ist ein wahrhaftiger Thriller. Die Ereignisse und Geschehnisse, die der Autor hier beschreibt entspringen nicht seiner Fantasie. Mit seinen Buch zeigt Sam Millar dass das Leben die vielfältigsten, abenteuerlichsten, spannendsten aber auch gewalttätigsten Geschichten schreibt. Sehr eindrucksvoll erzählt Sam Millar uns seine Geschichte. Er berichtet über sein Leben in Irland, seinen Alltag im Gefängnis, beschreibt seinen Neuanfang in New York und die Durchführung seines größten Coups.

Sam Millar ist nicht zimperlich bei der Beschreibung der Zustände in Gefängnis in Nordirland. Warum sollte er auch, er hat es erlebt, er hat es überlebt und es ist gut, dass er der Öffentlichkeit zeigt, wie in Europa auch nach den 2. Weltkrieg Menschenrechte mit Füßen getreten wurden. Er zerrt mit ehrlichen und extrem eindringlichen Worten die schonungslose Wahrheit an Licht. Zeigt uns, dass im Gefängnis Schikane, Grausamkeiten ja besser gesagt regelrechte Folterungen an der Tagesordnung waren. Wer nicht spurt wird was erleben. Sam Millar biss sich durch, hat sich nicht feige auf den Quietschesohlen davon gemacht. Er kämpfte für seine Überzeugung und ließ sich trotz Bestrafungen, fehlender Kleidung, fehlender sanitärer Einrichtungen und weiteren Schikanen nicht unterkriegen. Einige seiner Mithäftlinge hatten nicht das Glück die Jahre im Gefängnis zu überleben.

Der erste Teil des Buches legt ein beeindruckenes, aber auch beklemmendes Zeugnis über das bewegte erste Leben von Sam Millar ab. Aber auch der zweite Teil der Autobiographie liest sich eher wie ein Thriller. Das Leben in New York war nie langweilig, hier wurde Geld verdient und wieder verloren.

True Crime als Buch zu bewerten ist eigentlich eine Anmassung. Wie kann ich das Leben von Sam Millar bewerten? Aber meiner Meinung nach ist es wichtig, dass die Geschichte, das Leben und die Qualen, die Sam Millar ausgestanden hat nicht umsonst gewesen sein sollen. Der Autor hat uns mit diesem Buch einen tiefen Einblick in seine Seele und seine Seelenqualen gewährt. Dieser Vertrauensbeweis und seine Ehrlichkeit verdienen meinen höchsten Respekt und ich kann dieses Buch nur jedem zum Lesen empfehlen. Einfach unglaublich was in den 70-80ziger Jahren des letzten Jahrhunderts in Nordirland noch möglich war.

Wer jetzt auch so neugierig ist wie ich, als ich ins Buch reingelesen habe, der kann sich hier die Leseprobe anschauen.

© claude

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