Mittwoch, 22. April 2015

Der Ruf des indischen Elefanten von Patricia Mennen

Lesenswerter historischer Jugendroman

Tara lebt nach den Tod ihrer Mutter bei ihrer Tante Nell und ihrem Onkel Fergus in Irland. Ihr jähzorniger Onkel hat Tara nur mit Widerwillen aufgenommen und behandelt sie entsprechend schlecht. Nach einem handfesten Streit mit Fergus verläßt Tara schließlich den Hof der Familie und macht sich auf die Suche nach ihren unbekannten Vater, der laut der Hinterlassenschaft ihrer Mutter Henry Lawrence heißt und in Indien stationiert sein soll. Um nach Indien zu gelangen heuert Tara verkleidet als Küchenjunge George auf einem Schiff an. Auf dieser Seereise freundet sie sich mit dem indischen Schiffsjungen Kareem an. Dieser ist auf der Heimfahrt zu seiner kranken Mutter und Tara beschließt ihn in dem ihr völlig fremden Land Indien zuerst in die nordindische Stadt Lukhnau zu begleiten. Dort soll Henry Lawrence als Oberbefehlshaber der englischen Armee arbeiten...

Dieser historische Jugendroman von Patricia Mennen läßt sich flüssig und geradezu süffig lesen. Die Geschichte ist spannend erzählt, mit interessanten historischen Hintergrundwissen angereichert und erzeugte in meinem Kopfkino ein sehr farbenprächtiges und stimmiges Bild von Indien des 19. Jahrhundert. Auch die Zeit in Irland ist beeindruckend, aber auch bedrückend und somit meiner Ansicht nach realitätsnah geschildert. Der Erzählstil der Autorin hat mir insgesamt wirklich sehr gut gefallen, aber leider muss ich bei dem Buch einen kleinen Abstrich in der Bewertung vornehmen.

Auf der Reise der beiden Protagonisten kommt für mein Gefühl, dann etwas zu häufig zu zwischenmenschlichen Missverständnissen, Streit und Disharmonie. Wo Menschen aus verschiedenen Kulturen, mit verschiedlichen Geschlechtern aufeinandertreffen und agieren gibt es immer Unstimmigkeiten, Ängste oder auch Missverständnisse. Das ist mir vollkommen klar, aber für die volle Punktzahl bei der Bewertung dieser Geschichte hätte ich mir weniger Konflikte zwischen Tara und ihren Freund Karrem gewünscht. Aus diesem wirklich völlig subjektiven Leseeindruck vergebe ich diesmal für das Buch 8 von 10 Punkte.

Ein schöner historischer Jugendroman, der den Leser auf eine spannende, farbenprächtige und unterhaltsame Reise nach Indien entführt und eine Leseempfehlung von mir. Wer jetzt auch mal kurz ins Buch reinblättern möchte, der kann hier eine Leseprobe finden.

© claude

1 Kommentar:

  1. Ich bin zwar aus dem Jugendroman Alter raus, aber das Buch klingt doch sehr interessant und wandert auf die Leseliste. Lg keepsmiling

    AntwortenLöschen