Donnerstag, 14. November 2013

Madgalena Himmelstürmerin von Rudolf Herfurtner

Die Zeit des Aufbruchs

Im Jahr 1517 verliert die 14 jährige Magdalena in Jüterbog nicht nur ihren Vater, sondern auch ihren geliebten Bruder Wendel. Magdalena ist verzweifelt. Ihre Mutter ist nicht in der Lage die kleine Kate für die Beiden zu erhalten und somit wird Magdalena zur Tante nach Wittenburg geschickt während ihre Mutter ins Armenhaus geht. Ihre Tante arbeitet als Heilerin. In Wittenburg eröffnet sich für das Mädchen eine neue, faszinierende Welt. Sie erlernt die Heilkunst, verliebt sich das erste Mal und zusätzlich lernt sie den Prediger Luther kennen. Seine Predigen erreichen Magdalenas Herz und ermutigen sie ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Doch ihr neuer Weg birgt einige Gefahren.

Bei diesem Roman der in Gerstenberg Verlag erschienen ist, handelt es sich um einen historischen Jugendroman. Rudolf Herfurtner zeichnet ein interessantes sowie lehrreiches Bild der Lutherzeit, der Zeit des Umbruch aber auch der Zeit des Widerstands gegen päpstliche Bevormundung und organisierte Ablassverkäufe. Anfangs habe ich mich mit dem Schreibstil des Autors etwas schwer getan, aber nachdem ich mich eingelesen hatte, habe ich die Geschichte in einem Rutsch gelesen.

Besonders gefällt mir, dass es zum Ende des Buches noch einmal eine Zusammenfassung der historisch belegten Daten und Fakten gibt. Auch die näheren Erläuterungen und die Erklärungen zu altertümlichen Begrifflichkeiten und zu historischen Persönlichkeiten war für das Verständnis des Buches sehr hilfreich.

Mir hat die Geschichte von Magdalena gut gefallen, aber aufgrund meiner Startschwierigkeiten mit dem Erzählstil des Autors gebe ich dem Buch 8 von 10 Punkte. Ich kann dieses Buch historisch interessierten Lesern empfehlen, auch wenn sie nicht mehr der Gruppe der Jugendlichen angehören.

© claude

Mittwoch, 13. November 2013

Mütter, Töchter und andere Krisen von Brigitte Teufl-Heimhilcher

Was Mütter und Töchter von einander lernen können

Annette die Mutter von Monika ist Geschäftsfrau. Sie liebt ihre Boutiquen, ihre Arbeit und schließlich auch ihre Familie. Monika ihre Tochter ist ganz anders. Sie ist lieber nur Hausfrau und Mutter. In dieser Rolle geht sie total auf und kann nicht verstehen, warum ihre Mutter die Karriere so wichtig ist. Die Beiden haben alleine aus diesem Grund schon viele Punkte an denen sie sich nicht einig sind und Streitigkeiten sind vorprogrammiert.

Aber die heile Welt von Monika gerät ins Wanken, denn Udo ihr Mann hat sie betrogen und Monika nimmt sich eine Beziehungpause. Ohne Job und Geld muss sie aber bei ihrer Mutter einziehen, die sie gerne in ihr Unternehmen als Nachfolgerin aufnehmen möchte. Doch Monika streubt sich und schließlich bekommt gerade Udo nun den Job in Annettes Unternehmen. Aber nicht nur diese Tatsache führt zu Problemen. Auch die Finanzkrise und deren Auswirkungen machen Annette und ihrem Unternehmen zu schaffen.

Brigitte Teufl-Heimhilcher schafft es hier eine humorvolle Geschichte über das Zusammenleben in einer Patchworkfamilie zu erzählen. Der Schreibstil ist leicht, unterhaltsam und schnell zu lesen. Mir hat die Geschichte gut gefallen. Die leichte Lektüre kann ich guten Gewissens für den Lesehunger Zwischendurch empfehlen und ich gebe 8 von 10 Punkte.

© claude

Dienstag, 12. November 2013

Weiberwahnsinn von Hanna Dietz

Wann ist eine Frau eine Frau?

Die Spezies Frau ist anders als die Spezies Mann. Das wußten wir schon immer, aber die Autorin Hanna Dietz hat charmante, fabelhafte und absonderliche Eigenschaften des weiblichen Geschlechts  gesammelt, zusammengefasst und im Detail in ihrem Buch Weiberwahnsinn beschrieben. Die Frauen leiden unter anderem am Sammelfieber, Kreditkartenabrechnungspanik oder Konfliktangst.

Es ist schon sehr interessant und auch lustig, wenn Frau sich in der ein oder anderen Beschreibung wiederfindet. Der Wahnsinn kann noch eine leichte Ausprägung haben oder bereits krankhaft im Verhalten jeder einzelnen Frau verankert sein. Aber dieses Buch ist keine ernst gemeinte Lebenshilfe, die die Vermeidung krankhafter weiblicher Eigenschaft und Verhaltensweisen aufhalten soll. Vielmehr ist es eine lustige Veranschaulichung, wie anders Frauen ticken und wie sie sich von Männern unterscheiden.

Lustige und unterhaltsame Lektüre für Zwischendurch für Frauen mit Humor oder für Männer die auch mal etwas über den weiblichen alltäglichen Wahnsinn lesen wollen. Zusätzlich ist dieses Buch auch zur Selbstreflektion bestens geeignet. Ich vergebe 8 von 10 Punkte für den kleinen Spass in der Mittagspause und auf den Weg zur Arbeit.

© claude

Mittwoch, 6. November 2013

Jagdhunde von Jørn Lier Horst

Ermittlungsarbeit in Norwegen

Der erfahrene Hauptkommissar William Wisting wird vom Dienst suspendiert. Der Anwalt eines verurteilten Verbrechers wirft ihm vor Beweise manipuliert zu haben. Vor siebzehn Jahren wurde die junge Cecilia Linde entführt und einige Tage später ermordet aufgefunden. Der Täter wurde gefasst, mit einem DNA Abgleich überführt und schließlich zu 20 Jahren verurteilt. Doch jetzt sollen Beweise gefälscht worden sein. Die Medien reissen sich um diese Story und vorverurteilen den Hauptkommissar etwas mit der Manipulation zu tun zu haben..

Wirsting bleibt nur eine Chance seine Unschuld zu beweisen. Er muss selbst ermitteln und herausfinden, was damals wirklich geschah. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn schon bald verschwindet wieder eine junge Frau und die Parallelen zum Fall Linde sind offensichtlich.

Dieser Krimi von Jørn Lier Horst ist im Vergleich zu den meisten Krimis in den Buchläden eher ruhig, zeichnet sich aber durch seine gut erzählte Geschichte aus. Man merkt sehr schnell, dass der Autor Ahnung von der Polizeiarbeit hat. Der Ermittler ermittelt wirklich noch und braucht keine großen Gesten oder Aktioneinlagen, damit seine Geschichte interessant und unterhaltsam ist. Vielmehr macht gerade diese ruhige, überlegte und einfache Art sowie die detektivische Arbeit des Kommissar und seiner Tochter den Reiz des Krimis aus. So nähert man sich mit Logik, Observationen aber auch klassischer Recherchearbeit Schritt für Schritt der Wahrheit.

Während der Lektüre habe ich erfahren, dass es bereits weitere Fälle von Hauptkommissar Wisting gibt. So ist das Ende dieses Buches also kein Abschied, sondern die Möglichkeit zusammen noch weitere Fälle zu bearbeiten und aufzuklären.

Ich gebe für diesen guten und soliden Krimi aus Norwegen 8 von 10 Punkte und eine Leseempfehlung.

© claude

Sonntag, 3. November 2013

Die Marseille Connection von Massimo Carlotto

Der Weg führt nach Marseille

In Marseille tobt ein Territorialkrieg. Mittendrin agiert die knallharte Kommissarin Bourdet. Um ihre Ziele zu erreichen tut sie nicht nur Gutes, sondern setzt gezielt Personen für ihre Machenschaften und Zielerreichungen ein. So arbeitet sie unter anderem mit einem Mafiaboss und einen südamerikanischen Berufskiller zusammen. Schließlich wird sie auch auf die Droma-Gang aufmerksam, die ihre Macht, Einfluss und ihren Reichtum mehren wollen. Die Gang besteht aus vier Personen, die zusammen in Leeds studiert haben. Kann es den vier Ökonomen gelingen auf den kriminellen Parkett zu bestehen?

Mit diesem Krimi von Massimo Carlotto habe ich mich ein bisschen schwer getan. Es gibt so viele Akteure in diesem Buch, dass es mir sehr schwer gefallen ist, die Personen zuzuordnen und den Zusammenhang zwischen den unterschiedlichen Protagonisten zu erkennen.

Nachdem ich mich in die Geschichte eingearbeitet hatte, zeigt sich schließlich ein roter Faden und die Geschichte gewinnt ein bisschen an Fahrt. Der Schreibstil des Autors ist schonungslos, brutal und stellenweise auch grausam. Hier werden kriminelle Machenschaften angesprochen und beschrieben, die mich auch etwas fassungslos und nachdenklich zurückgelassen haben.

Die Geschichte an sich ist spannend und auch interessant, aber leider gab es so viele verschiedene Brennpunkte und Handlungsstränge, die die Übersichtlichkeit und Nachvollziehbarkeit für mich stark eingeschränkt haben.

Augrund der von mir bereits angesprochenen Kritikpunkte kann ich diesem Buch nur 6 von 10 Punkte geben.

© claude

Samstag, 2. November 2013

Sommer der Träume von Olaf Hauke

Nur einer kann gewinnen

Amelie hat in einer Castingshow gewonnen und den Hit Sommer der Träume veröffentlicht. Nun will sie aber ihr Leben als Popstar hinter sich lassen und kehrt zurück in ihr Heimatdorf. Hier versucht sie zur Ruhe zu kommen. Doch ihr Manager spürt sie auf und will ihr im wahrsten Sinne des Wortes eine zweite Chance geben. Er möchte sie für die Sendung "Deine Zweite Chance " gewinnen. Amelie will aber nichts mehr mit dem Showbiz zu tun haben und lehnt das Angebot ab. Aber so schnell gibt ihr Manager nicht auf und stellt sie bald vor eine Entscheidung, die ihr Leben noch einmal durcheinanderbringen und verändern wird.

Diese Geschichte von Olaf Hauke zeigt das Geschäft der Castingsshow von einer etwas anderen Seite. Hier werden Abstimmungsergebnisse manipuliert, Kandidaten beeinflusst und aufgezeichnete Filme publikumswirksam zusammengeschnitten. Der Autor schafft es in dieser Geschichte auch aufzuzeigen wie Menschen aus Neid und Missgunst anderen das Leben schwer machen. Auch scheint es kaum Freunde für die erfolgreichen Castingstars zu geben. Es ist ein sehr einsames Leben im Rampenlicht und auf der Bühne.

Der Schreibstil des Autors und seine Erzählweise hat mir sehr gut gefallen. Leider gibt es das Buch momentan nur als eBook. Ich gebe dem Buch 8 von 10 Punkte und kann es jedem empfehlen der sich für Castingshows und deren Machenschaften interessiert.

© claude

Freitag, 1. November 2013

Alles voller Himmel von Patricia Koelle

Der Mut zu Leben und zu Lieben

Fia liebt ihren Freund Anthony über alles. Die beiden fühlen sich zueinander hingezogen, aber ihre Liebe spielt sich auf einer anderen Ebene ab. Die beiden verstehen sich blind und können über alles reden und philosophieren, aber eine körperliche Beziehung wird es nie geben. Fia weiß aber auch nicht wie sie diesen Umstand ändern könnte.

Dann liest Fia eine Annonce in der Zeitung und antwortet auf diese. Der Schreiber ist ihr seltsam vertraut und hat eine gewisse Ähnlichkeit mit Anthony. Die Beiden kommen sich immer näher und Fia findet den Mut eine wirkliche Beziehung zu diesem Mann einzugehen und dabei erkennt sie auch was Glück ist und wie kostbar auch kleine Momente im Leben sein können.

Patricia Koelle erzählt in ihren Buch Alles voller Himmel eine wundervolle Geschichte zum Thema Liebe, Hindernisse und den Umgang mit Behinderungen. Sie zeigt mit ihrem poetischen Schreibstil wie einfach es machmal sein kann sein Glück zu finden und wie schwer es ist dieses Glück auch zu bewahren. In ihren Buch zeigt sie dem Leser, dass auch kleine Dinge manchmal riesengroße Probleme mit sich bringen können, aber auch kleine Begebenheiten das größte Glück bedeuten können.

Dieses Buch zeigt eine etwas andere Perspektive des Lebens und bringt den Leser auf sensible Art zum Nachdenken. Es zeigt, dass eigentllich selbstverständliche Tätigkeiten nicht wirklich selbstverständlich sind und wie schön das Leben ist, wenn man den Mut hat wirklich und wahrhaftig zu leben und zu genießen, was das Leben einem zu bieten hat.

Mir hat dieses Buch ein Stück weit die Augen für mein eigenes Leben geöffnet und gezeigt wie undankbar und gedankenlos ich mit diesem Leben oftmals umgehe. Ich möchte mich bei Patricia Koelle für diese einfühlsame Geschichte bedanken und dafür dass ich dieses Buch lesen durfte.

Ich gebe diesem Buch die Höchstbewertung von 10 Punkten und kann es nur jedem empfehlen zu lesen. Meiner Meinung nach ist dieses Buch genau richtig, um seine Prioritäten mal neu zu überdenken und sich wieder auf die wichtigen Dinge im Leben zu besinnen.

© claude