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Donnerstag, 26. April 2018

Blogtour Teufelsfarbe Vorstellung der Autorin Ivonne Hübner

Willkommen am 10. Tag unserer Blogtour zum historischen Roman "Teufelsfarbe" und zur Vorstellung der Autorin.

Falls ihr noch weitere Artikel unserer Blogtour nachlesen wollt, findet ihr hier eine Übersicht der bisherigen Stationen und der zukünftigen Themen. Viel Spaß beim Lesen meines Beitrags und beim Stöbern auf den anderen Blogs.



Ivonne Hübner, ein Kind der siebziger Jahre, wurde in der niederschlesischen Oberlausitz (Ostsachsen) im Ort Weißwasser geboren. Ihre Schulzeit verbrachte sie in einem kleinen Dorf in ihrer Heimat. Auch heute noch fasziniert sie das dörfliche Leben, auch wenn sie viele Jahre in großen Städte, wie bspw. Berlin, Leipzig, Tokio und Osaka gelebt und gearbeitet hat.


© Ivonne Hübner
Nach der Schule beginnt sie ein Chemiestudium, bricht dieses aber ab und wechselt in den Bereich Germanistik, Kunstpädagogik und Kunstgeschichte, Psychologie und Erziehungswissenschaft.

Für ihre Bücher begibt sie sich gerne auf aufwändige Recherchefahrten, denn sie hat einen großen Anspruch an Ihre Bücher, ihre Themen und möchte hier alles ganz richtig und genau darstellen.

Mit ihren drei Kindern lebt sie wieder in einen Dorf, hier auf dem idyllischen und gemütlichen, kulturellen und beschaulichen Land.

Mit dem Schreiben begang die Autorin schon früh. Bereits mit 9 Jahren schrieb sie ihr erstes Buch in ein moosgrünes DDR- Schreibheft. Die Geschichte hieß "Die Reise zum Mond". Danach schrieb sie im Tauschhandel mit ihrer Schulfreundin weitere Geschichten, die im Bereich Kurzkrimis und Fantasy anzusiedeln sind. Ihre Kurzgeschichten schrieb sie oftmals im Matheunterricht.

Die Idee zum historischen Roman Teufelsfarbe kam ihr, als ihr eine Ortschronik von Horka in die Hände fiel und sie hier von einen ungeklärten Mordfall las. Ihre Bücher spielen meist in Ostdeutschland und in ihnen erzählt sie die Geschichten ihrer Heimat.

Seit 2008 arbeitet sie als Studienrätin für Deutsch und Kunst in Potsdam. In den Abendstunden widmet sie sich dann meist ihrer Schrifstellerei. Aber ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bleibt eine Leidenschaft, genau wie ihr großer Bauernhof. Hier wird aber nicht nur gearbeitet, sondern auch kreativ die kostbare Freizeit gestaltet. Bei Familie Hübner wird gemalt, fotografiert, modelliert, gelesen und vorgelesen, der Familienkater bespaßt und gepicknickt.

Bei meiner Recherchearbeit zum Leben der Autorin habe ich mich sehr gefreut Ivonne Hübner besser kennzulernen. Hoffentlich bekommen wir von ihr noch weitere gut recherchierte Geschichten zu lesen.



Zum Gewinnspiel:

Bis zum 30. April 23.59 Uhr habt Ihr Zeit am Gewinnspiel des Dryas Verlag teilzunehmen. Der Verlag verlost 2 Exemplare des historischen Romans "Teufelsfarbe". Ihr müsst für die Teilnahme nur die nachstehende Frage hier mit einem Kommentar beantworten:

Frage: Habt ihr neben eurer Arbeit auch eine kreative Ader und wie lebt ihr diese aus?

Die Verlosung erfolgt am 2. Mai 2018 und die Gewinner könnt ihr dann auch hier auf dem Blog erfahren.

Teilnahmebedingungen:

Für dieses Gewinnspiel gelten folgende Teilnahmebedingungen:
1. Teilnahme ab 18 Jahren oder mit Erlaubnis der Eltern.
2. Es wird keine Haftung für den Postweg übernommen.
3. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
4. Barauszahlung der Gewinne ist ausgeschlossen.
5. Der Versand der Gewinne erfolgt nur nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz.
6. Verwendet der Teilnehmer Bildmaterial, so bestätigt er mit der Teilnahme, dass er sämtlich Bildrechte innehat.
6. Der Gewinner ist im Falle eines Gewinns mit namentlicher Nennung auf dem Verlagsblog “Bakerstreet Bibliothek” und Facebookseite des Dryas Verlags einverstanden.
7. Mit der Teilnahme am Gewinnspiel gelten die Teilnahmebedingungen als im vollem Umfang akzeptiert.

© claude

Freitag, 22. Mai 2015

Skarabäus und Schmetterling von Elisabeth Büchle

Ich liebe die Bücher von Elisabeth Büchle

Zusammen mit ihrer Ziehmutter reist die junge Sarah im Jahr 1922 nach Ägypten. Hier besucht sie die Ausgrabungsstätten des Archäologen Howard Carter. Immer wieder geschehen ihr auf dieser Forschungsreise Missgeschicke und sie scheint Unfälle geradezu anzuziehen. Aber sind die Vorkommnisse wirklich Unfälle oder steckt jemand dahinter, der Sarah schaden will? Aber warum will jemand Sarah aus den Weg räumen? Als Howard Carter dann endlich die lang gesuchte Grabanlage des Pharao Tutanchamun findet, gerät Sarah in höchste Gefahr.

90 Jahre später werden in Berlin immer wieder Tutanchamun-Artefakte auf dem Schwarzmarkt angeboten. Ins Visier der Fahnung gerät auch Rahel, die als Praktikantin im Berliner "Neuen Museum" arbeitet. Schon bald wird sie von Europol beschattet und  letztendlich flieht sie in Begleitung des Historikers Daniel und seiner Frau Emma nach Kairo. Hier versucht sie herauszufinden, was damals in Ägypten wirklich geschehen ist.

Dieser neue Roman von Elisabeth Büchle war so ganz nach meinem Geschmack. Die Mischung aus historischen Fakten und kriminalen Elementen war ein Garant für unterhaltsame und informative Stunden. Die Reise nach Ägypten hat mich direkt gepackt, aber mich haben Ausgrabungen und die Entdeckung fremder Kulturen schon immer interessiert. Die Entdeckung des Grabes des Pharaos Tutanchamun, die Geheimnisse in Ägypten und auch die Entscheidung von Sarah zwischen zwei sehr sexy männlichen Protagonisten war für mich eine sehr gelungene Vermischung.

Auch der Wechsel der Erzählperspektive in die heutige Zeit passte perfekt zu der hier erzählten Geschichte. Am Ende schließt sich der Kreis, alle Geheimnisse werden aufgelöst und ich als Leser war rundum zufrieden mit der Lektüre des Buches. Aus diesem Grund bekommt das Buch von mir verdiente 10 Punkte. Für alle Fans von Elisabeth Büchle und ihren bisherigen Büchern ist auch diese Geschichte wieder als extrem spannende Lektüre zu empfehlen.

© claude

Donnerstag, 21. Mai 2015

Der Glanz von Südseemuscheln von Regina Gärtner

Eine starke Fortsetzung

Im Jahr 1914 haben Alma und der australische Seeman Joshua Samoa gemeinsam verlassen, um zusammen ihr neues Leben in Sydney zu beginnen. In diesem Jahr ist das Leben einer deutschen Person auf dem 5. Kontinent nicht gerade leicht, denn die Australier machen alle Deutschen für den Ausbruch des Weltkrieges verantwortlich. Sehr schnell merkt Alma, dass dieses Situation ihre kleine Familie zerrütten kann und sie ums Überleben kämpfen müssen. Zur gleichen Zeit wird auch auf Samoa das Leben für Almas Verwandten nicht gerade leichter. Die Neuseeländer übernehmen hier das Regiment und mit Tag für Tag gibt es neue Einschränkungen und Anfeindungen auf der Insel. Wie wird der erste Weltkrieg für Alma und ihre Familie enden?

Dieser neue historische Roman von Regina Gärtner ist die Fortsetzung von dem Buch "Unter dem Südseemond". Natürlich war mir sofort klar, dass ich die Geschichte von Alma und Joshua weiter verfolgen mußte, also habe ich in dieses Buch große Erwartungen gesteckt. Jetzt nach der Lektüre bin ich sehr froh, dass meine Erwartungen vollends erfüllt werden konnten. Mir hat dieses Buch sogar noch besser gefallen als der Vorgänger-Roman.

Die Autorin hat es auch diesmal geschafft mich in die Welt von Australien und Samoa zu entführen. Klar war die hier beschriebenen Zeit nicht wirklich romantisch sondern eher sehr kriegerisch und auch sehr entbehrungsreich. Bisher hatte ich mich mit dem Thema des Ersten Weltkrieges immer nur aus der Sicht von Europa aus beschäftigt. Ich gebe es ganz ehrlich zu mir ist die Not auf den anderen Kontinenten nie wirklich ins Bewußtsein geraten. Umso mehr bin ich sehr erfreut, dass Regina Gärtner sich diesem schwierigen Thema angenommen hat und mir durch dieses Buch gezeigt hat, wie in anderen Gebieten dieser Welt mit diesem Krieg umgegangen wurde. Klar war ich nicht immer mit den Machenschaften der Bevölkerung bzw. der Besatzer einverstanden, aber wenn das so gewesen wäre, dann hätte mich das auch stark gewundert. Meiner Ansicht nach hat die Autorin den Zeitgeist dieser Epoche gut getroffen und mir die Augen für einen Teil unserer Geschichte geöffnet. Vielen Dank dafür.

Aber auch wenn dieses Buch zu Zeiten des Ersten Weltkrieges spielt gibt es auch immer mal wieder liebevolle Momente zwischen den Protagonisten. Nicht alle Menschen sind nur von Zorn, Gier, Hass oder auch Missgunst zerfressen. Einige helfen einander, zeigen liebenswerte Züge und das macht dann wohl auch die Seele und das Herz dieses Buches aus. Die Mischung dieses Buches hat mich wirklich total begeistert und ich vergebe hier die volle Punktzahl für einen wunderbar erzählten historischen Roman.

© claude

Mittwoch, 22. April 2015

Der Ruf des indischen Elefanten von Patricia Mennen

Lesenswerter historischer Jugendroman

Tara lebt nach den Tod ihrer Mutter bei ihrer Tante Nell und ihrem Onkel Fergus in Irland. Ihr jähzorniger Onkel hat Tara nur mit Widerwillen aufgenommen und behandelt sie entsprechend schlecht. Nach einem handfesten Streit mit Fergus verläßt Tara schließlich den Hof der Familie und macht sich auf die Suche nach ihren unbekannten Vater, der laut der Hinterlassenschaft ihrer Mutter Henry Lawrence heißt und in Indien stationiert sein soll. Um nach Indien zu gelangen heuert Tara verkleidet als Küchenjunge George auf einem Schiff an. Auf dieser Seereise freundet sie sich mit dem indischen Schiffsjungen Kareem an. Dieser ist auf der Heimfahrt zu seiner kranken Mutter und Tara beschließt ihn in dem ihr völlig fremden Land Indien zuerst in die nordindische Stadt Lukhnau zu begleiten. Dort soll Henry Lawrence als Oberbefehlshaber der englischen Armee arbeiten...

Dieser historische Jugendroman von Patricia Mennen läßt sich flüssig und geradezu süffig lesen. Die Geschichte ist spannend erzählt, mit interessanten historischen Hintergrundwissen angereichert und erzeugte in meinem Kopfkino ein sehr farbenprächtiges und stimmiges Bild von Indien des 19. Jahrhundert. Auch die Zeit in Irland ist beeindruckend, aber auch bedrückend und somit meiner Ansicht nach realitätsnah geschildert. Der Erzählstil der Autorin hat mir insgesamt wirklich sehr gut gefallen, aber leider muss ich bei dem Buch einen kleinen Abstrich in der Bewertung vornehmen.

Auf der Reise der beiden Protagonisten kommt für mein Gefühl, dann etwas zu häufig zu zwischenmenschlichen Missverständnissen, Streit und Disharmonie. Wo Menschen aus verschiedenen Kulturen, mit verschiedlichen Geschlechtern aufeinandertreffen und agieren gibt es immer Unstimmigkeiten, Ängste oder auch Missverständnisse. Das ist mir vollkommen klar, aber für die volle Punktzahl bei der Bewertung dieser Geschichte hätte ich mir weniger Konflikte zwischen Tara und ihren Freund Karrem gewünscht. Aus diesem wirklich völlig subjektiven Leseeindruck vergebe ich diesmal für das Buch 8 von 10 Punkte.

Ein schöner historischer Jugendroman, der den Leser auf eine spannende, farbenprächtige und unterhaltsame Reise nach Indien entführt und eine Leseempfehlung von mir.

© claude

Freitag, 6. März 2015

Die Stadt der schweigenden Berge von Carmen Lobato

Hattusa

Im Jahre 1931 studiert die junge Amarna Brandstätter Archäologie in Berlin. Sie ist fasziniert von der Kultur der Hethiter. Deren alte und versunkene Hauptstadt Hattusa hat es ihr besonders angetan. Ihr größter Traum ist es einmal selbst dorthin zu reisen und selbst der Keilschrift jener Zeit stellt sie sich, indem sie einen Lehrer der alten Schriftenzeichen aufsucht und deren Entschlüsselung erlernt. Doch bei ihrem Vater trifft Amarna mit ihrem Wunsch auf taube Ohren, obwohl dieser selbst ein renommierter Altorientalist ist und ihre Leidenschaft teilt. Nur mit der Hilfe ihres Verlobten Paul gelingt es Amarna eine Reise nach Istanbul zu realisieren und ihrem Traum, eine Teilnahme an einer Expedition in die Stadt ihrer Träume, zu verwirklichen. Diese Expedition wird zu einem Albtraum und schon bald muss Amarna erkennen, dass ihr Vater einige Geheimnisse vor ihr gehütet hat, die sich nach und nach ans Licht drängen.

Carmen Lobato hat in diesem Buch meine Kindheitsträume wieder erweckt. Mit ihrer Beschreibung von Amarnas Liebe für ihr Studienfach und mit welcher Leidenschaft diese ihren Weg verfolgt, hat sie mich daran erinnert, dass ich als Kind auch für alte Kulturen und deren Entdeckung entbrannt war.

Mit Leichtigkeit und ihren unterhaltsamen Erzählstil schaffte es die Autorin meine Neugierde zu wecken und mich für das Thema zu begeistern. Auf lehrreiche Art und Weise beschreibt sie den Weg und die Nachforschungen von Amarna, die mich als Leser dazu gebracht haben auch noch weiter zum Thema Hattusa zu recherchieren und nachzulesen. Die Geheimnisse, die auf ihrem Weg liegen und die sie erst nach und nach für Amarna und für den Leser entschlüsseln, machen aus diesem historischen Roman auch eine sehr spannende und abenteuerliche Geschichte, die mich bis zum Ende gefesselt und schlussendlich auch stark gerührt hat.

Das eingefügte Glossar war zur Ergänzung sehr hilfreich. Dadurch konnte ich einige Dinge und Sachverhalte im Kontext besser verstehen und nachvollziehen. Danke für diese kleine Hilfestellung.

Die Stadt der schweigenden Berge ist ein toller historischer Roman, der den Leser auf eine abenteuerliche sowie archäologische Reise entführt, aber auch einige romantische Momente bereit hält. Das Buch bekommt von mir die Bewertung 8 von 10 Punkte und eine Leseempfehlung.

© claude

Donnerstag, 5. März 2015

Friederike Prinzessin der Herzen von Bettina Hennig

Das aufregende Leben der Friederike von Mecklenburg-Strelitz

Die Schwestern und Prinzessinnen Luise und Friederike sind ein Herz und eine Seele. Im Jahr 1793 werden die beiden jungen adligen Frauen dem preußischen Kronprinzen und dessen Bruder vorgestellt. Der König von Preußen findet Gefallen an den bezaubernden Prinzessinnen. In Berlin wird an den Weihnachtsfeiertagen eine Doppelhochzeit gefeiert. Luise wird die Frau vom Kronprinzen und zwei Tage später wird Friederike mit Prinz Ludwig vermählt. Unter den adligen Gästen wird Friederike als bezauberndes und geistreiches Wesen wahrgenommen. Aber Ludwig ist nur unter Zwang diese Ehe eingegangen. So werden Friederikes erste Tage als preußische Prinzessin zur Tortur, denn Ludwig ist kaltherzig und betrügt und demütigt seine Frau. Nach einigen Jahren mit Ludwig stirbt dieser unerwartet, doch das Leben der leidenschaftlichen jungen Frau beginnt jetzt erst recht. Sie sehnt sich nach Liebe und Familienglück, aber kann sie dies erreichen ohne die strengen Regeln am Hof einzuhalten?

Beim Schreiben dieses historischen Romans hat Bettina Hennig ausführliche Recherchen über das Leben der Prinzessin Friederike von Mecklenburg-Strelitz angestellt. Dies ist beim Lesen des Buches sofort zu erkennen. Ihre Liebe für ihre historischen Protagonisten ist in jeder Zeile spürbar. Auch die intensive Beschäftigung und Identifikation mit diesen Figuren macht aus diesem Buch ein echtes Highlight unter den historischen Romanen. Dies Buch erzählt auf sehr ausführliche Art und Weise über Friederikes Leben, ihre Gefühle und ihre sehnlichsten Wünsche. Die Geschichte ist so spannend und interessant dargestellt und zusätzlich mit Zeitzeugenquellen (bspw. Tagebucheintragungen und Briefen) hinterlegt, dass es mich als Historienfan zu weiteren Nachforschungen zu dieser Zeit, dem allgemeinen Leben und der Hauptpersonen animiert hat. Die Lebensgeschichte von Friederike bestätigt mal wieder den Satz, dass das Leben die spannendsten Geschichten schreibt.

Nach der Lektüre des Buches und nach einer intensiven Leserunde mit der Autorin kann ich jedem Liebhaber historischer Romane diese tolle Geschichte von der Prinzessin der Herzen, Friederike von Mecklenburg-Strelitz, nur empfehlen. Von mir bekommt das Buch die höchste von mir zu vergebene Punktzahl und ich lese gerne weitere Bücher von Bettina Hennig. Danke für das großartige Buch.

© claude


Freitag, 20. Februar 2015

Zorn des Himmels von Richard Dübell

Ein packender und einprägsamer historischer Roman

Wir schreiben das Jahr 1342 und dunkle Wolken ziehen am Himmel auf. Ein heftiges Unwetter zeichnet sich an Horizont ab. Der Main schwillt an, wird zu einem reissenden Strom und bringt auf seinen Weg einiges an Unrat nach Frankfurt. Die Veränderung des Mains bleibt natürlich nicht auf Dauer verborgen. Die Fährmannstocher Philippa liebt den Fluss, aber das aufziehende Unwetter und der Main selbst werden ihr Leben für immer verändern. Ein geheimnisvoller Mann erreicht zur gleichen Zeit die Stadt. Er fasziniert Phillipa, doch kann sie ihn Vertrauen? Das Gerücht geht um, dass ein Meuchelmörder den Kaiser in Frankfurt töten will. Hat Philippas neuer Freund etwas damit zu tun? Während der Zorn des Himmels sich über Frankfurt entlädt muss Philippa Entscheidungen treffen, die über das Leben oder Sterben des Kaisers bestimmt...

Dieses Buch ist ein historischer Roman, wie ich ihn gerne lese. Die Beschreibungen von Richard Dübell sind sehr beeindruckend gestaltet, zerstörend gut aber auch unglaublich einprägsam. Seine Erzählung hat mich sehr fasziniert und auch mitgerissen. Die beschriebenen Bilder, Ereignisse und Abläufe konnte ich mir sehr leicht vorstellen und wie einen Film vor meinen inneren Augen ablaufen lassen. Mein Kopfkino hat mit den Worten von Richard Dübell eine monumentale Geschichte erschaffen und sich tief in mein Gewußtsein eingeprägt sowie Spuren hinterlassen.

Der Autor erzählt in diesem Buch von einer der größten Katastrophen die Europa je ereilt hat. Das Magdalenenhochwasser war einfach gigantisch und hat sich nachhaltig auf Europa ausgewirkt. Schon sehr seltsam, dass ich bisher nichts von diesem Unwetter und die Flutkatastrophe gehört hatte, obwohl es für eine Umgestaltung des Kontinents geführt hat. Sehr verwunderlich, dass in der Schule nie auch nur ein Wort darüber verloren wird. Aber Dank Richard Dübell fühle ich mich jetzt nicht nur gut unterhalten, sondern auch ein bisschen weiser bzw. gebildeter.

Großartig erzählte Geschichte, die mich sehr beeindruckt und auch etwas länger beschäftigt hat. Die Bücher von Richard Dübell haben mich schon immer begeistert, aber diesmal hat es mich wirklich umgehauen. Meiner Ansicht nach ist dies das eindrucksvollste Buch, was ich vom Autor bisher gelesen habe. Mit einer Bewertung von 10 Punkten kann ich diesem historischen Roman gar nicht gerecht werden.

Wer auch einmal in dieses Buch reinschnuppern will, der kann die eine Leseprobe finden. Natürlich bedanke ich mich beim Verlag Bastei Lübbe und bloggdeinbuch für das Rezensionsexemplar.

© claude

Samstag, 31. Januar 2015

Die Tuchvilla von Anne Jacobs

Eine wunderbare und tolle Familiengeschichte

Die junge Waise Marie bekommt im Jahre 1913 in der Tuchvilla in Augsburg eine Anstellung als Küchenmagd. Diese Villa ist der Familiensitz der Industriefamilie Melzer. Marie muss sich anfangs unter der Dienerschaft ihren Platz erst noch erkämpfen. Währenddessen wird in der Villa bereits die zukünftige Ballsaison geplant, denn die jüngste Tochter der Familie, Katharina, soll in dieser Saison in die Gesellschaft eingeführt werden. Ihre Schwester Elisabeth himmelt unterdessen Klaus von Hagedorn an und hofft dessen Ehefrau zu werden. Nur Paul, der Sohn von Johann Melzer, wohnt nicht mehr in der Villa. Der Erbe der Familie studiert in München. Doch seine Interesse verschieben sich als er Marie kennenlernt.

Diese Familiengeschichte wurde von der Autorin Anne Jacob hervorragend in Szene gesetzt. Intrigen, Geheimnisse und die große Liebe sind hier vereint. Eine wunderbare Geschichte die geradezu nach einer Fortsetzung schreit. Die Hauptfiguren wurden so wunderbar gezeichnet und beschrieben, dass ich sie direkt vor mir sehen konnte. Nicht alle Figuren sind Sympathieträger, aber ich denke genau dies braucht eine wirklich tragische und unterhaltsame Familiengeschichte. Natürlich können nicht alle Personen vom Leser geliebt werden. Das wäre unglaubwürdig und auch extrem langweilig.

Anfangs hatte ich einige Schwierigkeiten mit Paul, dem Erben der Tuchfabrik. Er kam mir etwas windig bzw. überheblich vor. Aber das Bild von ihm hat sich im Laufe der Geschichte verändert und meiner Ansicht nach positiv gewandelt. Katharina will man eigentlich die ganze Zeit nur beschützen und Elisabeth machte es mir nicht leicht eine Freundschaft mit ihrer Figur zu schließen. Natürlich konnte ich mich mit Marie dem Küchenmädchen sofort identifizieren. Sie ist mir sofort ans Herz gewachsen und auch ihre Entwicklung auf 700 Seiten war enorm.

Insgesamt hat mir die Geschichte der Familie Melzer sehr zugesagt und ich freue mich, dass die Autorin an einer Fortsetzung arbeitet. Dieses Buch verdient die kompletten 10 Punkte und für Fans von großartigen Familiengeschichten ist dieses Buch hervorragend geeignet.

© claude

Das Geheimnis von Stralsund von Sabine Weiß

Ich liebe dieses Buch

Sina, die Tochter eines Kapitäns, wächst auf Rügen in der Geborgenheit ihrer Familie und ihrer Freunde auf. Sie hat eine glückliche Kindheit. Doch im Jahre 1628 kommt auch der Krieg auf die Insel und schlagartig ändert sich das Leben für die Insulaner. Die kaiserlichen Truppen haben Unruhe und Unfrieden im Gepäck. Schon bald werden Familien auseinandergerissen. Auch Sina erlebt in dieser Zeit schreckliche Dinge und muss flüchten. Ihr gelingt es im letzten Moment nach Stralsund zu fliehen. Dort versucht sie in den Kriegswirren ein Geheimnis zu entschlüsseln. Ihre Mutter gab ihr kurz vor ihrem Tod einen Ring und flüsterte noch einen Namen. Jetzt ist an Sina einen Weg zu dem geheimnisvollen Unbekannten zu finden. Auf ihrer Flucht begegnet sie Leif, einen halb deutsch halb schwedischen Schiffer. Er hilft ihr in den ersten schweren Tagen in Stralsund zu überleben, doch kann sie ihm wirklich ganz und gar vertrauen?

Sabine Weiß hat mir mit diesem historischen Roman gezeigt, dass sie eine begnadete Schriftstellerin ist. Mein erstes Buch von ihr und ich habe mich sofort in ihren Schreibstil und die Erzählweise verliebt. Dieses Buch lies sich so wunderbar lesen. Sofort fühlte ich mich in die Zeit hineingezogen, an den Orten beheimatet und ich konnte das Kriegsgetümmel und die Stimmung jener Zeit geradezu spüren. Genauso wünsche ich mir einen historischen Roman. Geschichte die lebendig wird vor meinem geistigen Auge.

Nach der Lektüre dieses Buches habe ich den Wunsch gerne mal Stralsund persönlich zu besuchen. Klar gibt es nicht mehr alle Orte wie im Buch beschrieben, aber ich denke auch in der heutigen Stadt kann man noch die Geschichte des Ortes spüren und erleben. Toll wenn es ein Buch schafft mich über die Geschichte hinaus von etwas zu begeistern.

Es macht mich traurig, dass die Geschichte jetzt erst einmal zu Ende erzählt ist. In diesem Fall habe ich das Gefühl Freunde verloren zu haben. Klar das hört sich ein bisschen verrückt an, aber ab und zu habe ich am Ende einer Geschichte das Gefühl ich muss mich halt von guten Freunden trennen und genauso ging es mir mit diesem Buch. Danke an Sabine Weiß, dass sie diese Geschichte erzählt hat und ich bin froh sie entdeckt und auch gelesen zu haben. Hier kann ich nur 10 Punkte vergeben und ich will die Autorin nicht so schnell wieder aus den Augen verlieren.

© claude

Donnerstag, 29. Januar 2015

Zeit der wilden Orchideen von Nicole C. Vosseler

Einfach eine tolle Geschichte

Diese Geschichte spielt im 19. Jh. in Singapur. Einwanderer haben sich hier niedergelassen, denn hier befindet sich das Tor zu den Schätzen Asiens. Auch die kleine Georgina lebt hier mit ihrem Vater.  Aber seit dem Tod ihrer Mutter ist sie weitgehend sich selbst überlassen. Niemand übernimmt ihre Erziehung, sie ist den ganzen Tag allein und so kommt es, dass sie ihre Tage im üppig wuchernden Garten am Meer verbringt. Hier streift sie umher und findet eines Tages den verletzten Jungen Raharjo. Er gehört zum Volk der Orang Laut, den „Meeresmenschen“.  Die beiden Kinder freunden sich an. Doch eines Tages ist Raharjo einfach verschwunden, ohne einen Abschiedsgruß hinterlassen zu haben. Georgina verfällt wieder in ihre Einsamkeit, aber das Schicksal hat andere Pläne. Ihre Wege kreuzen sich immer wieder in den nächsten Jahrzehnten und ihre Liebe, die aber nicht sein darf, verändert nicht nur ihrer beider Leben für immer ...

Mein erster Roman von Nicole C. Vosseler und ich hatte Anfangs einige Schwierigkeiten in die Geschichte und den Schreibstil der Autorin hineinzufinden. Doch glücklicherweise haben sich meine Anfangsschwierigkeiten schnell gelegt, denn ich hätte einen wirklich tollen historischen Roman vor der Kulisse von Singapur verpasst.

Im den letzten Monaten habe ich einige historische Geschichten gelesen und so langsam könnten Vermutungen laut werden, dass mich die ganzen historischen Fakten erschlagen, aber weit gefehlt. Meine Leidenschaft für diese Art von Roman ist weiterhin vorhanden, denn sie alle sind unterschiedlich, ich habe viel gelernt und ich bin sehr begeistert, wie viele tolle Schriftsteller/innen wir in Deutschland haben, die sich diesem Genre verschrieben haben.

Mit Nicole C. Vosseler habe ich wieder eine Autorin für mich entdeckt, die erstens sehr sympathisch ist, zweitens tolle und wirklich lesenswerte Bücher schreibt und die ich wahrscheinlich ohne die Plattform Leserunden.de gar nicht wahrgenommen hätte. Jetzt da ich ein Buch der Autorin gelesen und ihren Erzählstil kennengelernt und für gut befunden habe, werde ich sie so schnell nicht aus den Augen verlieren, ganz fest versprochen.

Tolles Buch, schöne, aber nicht unkomplizierte Familien- und Liebesgeschichte, die ich natürlich gerne zum Lesen weiterempfehle. Dieser Roman hat 9 von 10 Punkte verdient.

© claude

Freitag, 23. Januar 2015

Ein Haus am Kahu River von Rebecca Maly

Ein toller historischer Neuseeland-Roman

Die Geschichte dieses Buches beginnt 1869 in Neuseeland. Hier flieht Adalie vor ihrem gewalttätigen Vater, um ein besseres Leben zu beginnen. einige Monate vor ihr ist ihr Bruder zur See gefahren. Eigentlich wollte die Beiden zusammen das Elternhaus verlassen, aber es ist anders gekommen als einst von ihnen erträumt und geplant. Kurze Zeit später führt der Zufall Adalie nach Plymouth. Dort lernt sie durch Zufall die Kunsthändlerin Johanna Fitzgerald kennen, die ihr sofort sehr sympathisch ist. Kurze Zeit später hilft Adalie Johanna in ihren Laden und lernt immer mehr über das Kunsthandwerk der Ureinwohner Neuseelands. Duncan, der Sohn von Johanna kommt nach einem Auftrag seines Stiefvaters wieder zurück nach Hause und Adalie verliebt sich sofort in den Sohn ihrer neuen Freundin. Auch Duncan hat sein herz an Adalie verloren und ihr Glück scheint perfekt zu sein. Aber schon bald ziehen dunkle Wolken auf, denn ein Familiengeheimnis droht alles was die Beiden sich aufgebaut haben wieder zu zerstören.

Dies war das erste Buch, das ich von der Autorin Rebecca Maly gelesen habe und ich habe es nicht bereut. Vielmehr war ich sofort von der lebendigen und wundervoll beschreibenen Erzählweise der Autorin begeistert. Sie schildert das Leben von Adalie nicht nur mit blumigen Worten, vielmehr zeigt sie in den ersten Seiten der Geschichte wie schwer es Adalie als Mädchen in ihrer Familie hatte. Für ihren Vater hat sie keinen Wert. Er braucht sie nur als Arbeitskraft, aber eigentlich sieht es sie eher als Last als eine Hilfe. Umso verständlicher ist es das Adalie flieht und sich ihren eigenen Weg in ihr nun endlich beginnendes Leben sucht.

Diese Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt und nach und nach verknüpft sich die Handlung miteinander. Die Geschichte war spannend erzählt und hat mir wieder einmal die Schönheit Neuseeland vor Augen geführt. Die endgültige Wahrheit und der allumfassende Zusammenhang aller Ereignisse haben aus diesem Buch eine wirklich sehr lesenswerte historische Geschichte. Nach der Lektüre dieses Buches würde ich immer wieder zu einem Werk von Rebecca Maly greifen.

Nach der Lektüre des Buches habe ich erfahren, dass es bereits ein Buch zur Geschichte der Familie Fitzgerald gibt. Dabei handelt es sich um die Geschichte von Johanna Fitzgerald als junge Frau. Es ist aber auch nicht schlimm, wenn man dies Buch hier liest ohne das andere vorher gelesen zu haben.

Von mir bekommt dieser tolle historische Roman die volle Punktzahl und eine klare Leseempfehlung.

Reihenfolge der Bücher
1. Im Tal des Windes
2. Ein Haus am Kahu River

© claude

Sonntag, 11. Januar 2015

Der Pestreiter von Deana Zinßmeister

Eine tolle Fortsetzung von Das Pestzeichen

Der dreißigjährige Krieg ist bereits seit vier Jahren vorbei, aber die Menschen kommen leider nicht zur Ruhe. Da erscheint ein geheimnisvoller Reiter, der von allen der Pestreiter genannt wird. Er verbreitet Angst und Schrecken. Indes versucht der junge Schweizer Urs gegen die Pest ein Heilmittel zu finden. Eine nicht einfache und zudem äußert gefährliche Aufgabe. Seine Freundin Susanna wird von anderen Problemen heimgesucht. Nach ihrer Flucht aus ihrer Heimat muss sie Nacht für Nacht noch immer mit den Bildern ihrer Vergangenheit kämpfen. Die einst erlebten Schrecken lassen sie einfach nicht los. Eines Tages scheinen sich ihre Albträume zu manifestieren, denn Susanna wird plötzlich verfolgt...

Dieses Buch schließt direkt an die Geschichte "Das Pestzeichen" an und zeigt auf beeindruckende Weise, dass die Autorin Deana Zinßmeister ihr Handwerk versteht. Problemlos konnte ich in die vorher erzählte Geschichte anknüpfen und in die neuen Geschehnisse eintauchen. Kurze Rückblenden machten es leicht sich an vorherige Begebenheiten zu erinnern, aber nicht seitenweise mit Wiederholungen gelangweilt zu werden. Danke dafür, denn diese kurzen Zusammenfassungen bekommt nicht jeder Autor so gut umgesetzt. Auch das aufgeführte Personenregister macht es Neueinsteigern und natürlich auch Wiedereinsteigern leicht die Protagonisten in einem Blick kennenzulernen bzw. wiederzuentdecken und sich schnell in die Geschichte des Romans einzufinden.

Die wie immer gewohnt unkomplizierte, aber eingängige Erzählweise, machte auch dieses Buch wieder zu einem wahren Lesegenuss. Mich beeindruckt auch immer wieder wie viel Arbeitszeit die Autorin in die Recherche von historischen Fakten, Begebenheiten und Persönlichkeiten investiert, um für den Leser einen anspruchsvollen und zudem auch sehr unterhaltsamen Roman aufs Papier zu bringen. Voller Ungeduld warte ich auf die Fortsetzung der Geschichte, denn ich bin bezaubert von der schriftstellerischen Arbeit der Autorin.

Auch dieser historische Roman von Deana Zinßmeister bekommt von mir natürlich die volle Punktzahl und eine Leseempfehlung.

Bisher erschienene Teile der Reihe:

Teil 1 Das Pestzeichen
Teil 2 Der Pestreiter

© claude


Samstag, 10. Januar 2015

Das Pestzeichen von Deana Zinßmeister

Ein Muss für Historienfans

Der dreißigjährige Krieg hat das Land stark ausgebrannt und auch die Bevölkerung an der Saar muss um ihr Überleben kämpfen. Kriegsnachwirkungen und die Pest haben die Bevölkerung in diesem Landstrich stark minimiert. Die Familie von Susanna hat den unbarmherzigen Krieg überlebt, aber das Ende des Krieges zieht nicht immer friedvolle Tage nach sich. Das muss auch Susanna erfahren, als ihre Familie von Söldner überfallen und ausgelöscht wird. Susanna findet ihre Familie grausam getötet auf dem Familienhof. Nur ihr Vater ist schwerverletzt, aber gerade noch am Leben. Mit seinen letzten Atemzügen verrät er Susanna was die Söldner suchten und wo sie dies finden kann. Nach dem Tod ihres Vaters ergreift Susanna voller Panik die Flucht und versteckt sich im Wald. Aber die Söldner sind Susanna schon dicht auf den Fersen.

Zu allererst sei gesagt, dass es sich bei diesem Buch um der Auftakt eines Mehrteilers handelt. Dieser erste Teil hat mich aber sofort in seinen Bann gezogen. Hier besteht aus meiner Sicht absolutes Suchtpotential. Dieses Buch ist der gelungene Beginn einer spannenden sowie historischen Reise an die Saar. Diese eingängig erzählte und zudem sorgfältig recherchierte Geschichte zeigt beeindruckend auf welche Auswirkungen Aberglauben, Kriegswirren, Pestillenz und natürlich auch Habgier haben können bzw. hatten.

Deana Zinßmeister beweist mit dieser Geschichte ein weiteres Mal, dass sie eine hervorragende Erzählerin ist. Sie schafft es auf unkomplizierte sowie unschnörkelige Art und Weise die abergläubische Gedankenwelt des 17. Jahrhunderts zum Leben zu erwecken. Die hier beschriebenen absonderlich anmutenen Situationen und Begebenheiten haben mich staunend und manchmal auch ungläubig den Kopf schütteln lassen. Stirnrunzelnd, aber auch mit einem Lächeln auf den Lippen bin ich den abergläubischen Gedankengängen der Protagonisten gefolgt. Für heutige Verhältnisse ist es einfach undenkbar und geradezu grotesk an was die Menschen zu der damaligen Zeit alles geglaubt haben.

Zusammenfassend kann ich nur sagen: Ein großartiger historischer Roman, der niemals langweilig geworden ist. Es war alles da, was ein mitreißendes Buch meiner Ansicht nach haben muss. Dieses Buch bekommt von mir natürlich die volle Punktzahl. Wer diese Geschichte nicht liest hat etwas verpasst.

Bisher erschienene Teile der Reihe:

Teil 1 Das Pestzeichen
Teil 2 Der Pestreiter

© claude

Sonntag, 7. Dezember 2014

Der Klang der blauen Muschel von Beatrix Mannel

Samoa eine magische Insel

Im Jahre 1900 ist Henriette nicht gerade freiwillig mit ihren Eltern und ihrer Schwester in die deutsche Südsee-Kolonie Samoa ausgewandert. Sie ist nicht glücklich in diesem Paradies. Zu einem musste sie ihre Zwillingsschwester aufgrund einer Krankheit in Deutschland bei ihrer Großmutter zurücklassen. Die Ungewissheit über das Schicksal ihrer Zwillingsschwester Emilia quält sie. Des weiteren soll sie einen Freund ihres Vaters heiraten. Schließlich lernt sie Mali, einen samoanischen Prinz und dessen Schwestern kennen. Sie bringen ihr die Magie der Insel und der blauen Muschel näher. Henriette beginnt ihre Eindrücke aufzuschreiben und einem Verleger anzubieten, aber die unvermeidliche Heirat bringt ihr Seelenleben durcheinander. Warum ist diese Heirat für ihren Vater so wichtig? Welches Geheimnis haben ihr Vater und sein Freund? Und wird Henriette Emilia jemals wiedersehen?

Der Klang der blauen Muschel ist ein historischer Roman ganz nach meinem Geschmack. Beatrix Mannel erschafft hier eine gelungene Mischung aus mystischen sowie magischen Elementen, die mich während des Lesens der Geschichte immer wieder haben mitfiebern und staunen lassen. Aber diese Erzählung bietet noch einiges mehr. Die Lebensart auf Samoa ist sehr anschaulich beschrieben und die Insel wird auf wundervolle und exotische Weise zum Leben erweckt. Auch die komplexe Familiengeschichte, die sich nach und nach ans Licht kämpft, ließ mich nicht so schnell wieder los.

Insgesamt eine sehr einnehmende, magische und auch wunderbare Geschichte, die für Liebhaber historischer Romane vor sagenhaften und exotischen Kulissen unbedingt lesenswert und zu empfehlen ist. Von mir bekommt dieser historische Roman verdiente 9 von 10 Punkte.

© claude

Freitag, 14. November 2014

Die Kerzenzieherin von Caren Benedikt

Dieses Buch hat mich sehr gefesselt

Im Jahre 1225 belauscht die Novizin Ellin unfreiwillig ein geheimes Gespräch von Verschwörern. Ihr Wissen über ein Mordkomplott gegen den Erzbischof von Köln bringt Ellins bisheriges Leben komplett durcheinander, denn nun ist sie auf der Flucht und verbirgt sich vor ihren Verfolgern. Auf ihrem Weg legt sie ihr Novizinnengewand ab und entdeckt ihre wahre Berufung. Sie wird Kerzenzieherin und schon bald versucht sie sich ein neues Leben in Bremen aufzubauen. Doch leider sind ihre Verfolger hartnäckig und schon bald muss Ellin wieder um ihr Leben fürchten. Ihre Vergangenheit läßt sich nicht so schnell abschütteln und der Alptraum ist noch lange nicht vorbei.

Dieser historische Roman von Caren Benedikt hat mich sofort gepackt und nicht mehr losgelassen. Der Schreibstil der Autorin machte es mir leicht schnell in die gefährliche und aufregende Flucht von Ellin einzutauchen und ihren weiteren Weg auf sehr emotionale Weise mitzuverfolgen. Ellin ist ihren Weg konsequent gegangen und hat auf ihrer Reise nicht nur Freunde gefunden und wieder auf grausamste Weise verloren. Sie hat sich selbst und ihre wahre Berufung gesucht und dann auch tatsächlich gefunden. Schnell erkennt sie, dass der religiöse Weg nicht ihre Bestimmung sein kann. Ihre Flucht und die dabei entstandene Unruhe hatte nicht nur schlechte Seiten. Sie entwickelt auf ihrer unfreiwilligen Reise eine ganz neue Persönlichkeit.

Diese ganze Geschichte von Ellin hat mich von Anfang bis Ende komplett bewegt, gepackt und auch sehr gut unterhalten. Ich würde allen Fans von historischen und auch schicksalshaften Romanen dieses Buch nur zu gerne auf ihre Wunschliste setzen. Es lohnt sich wirklich sehr dieses Buch zu lesen und dabei unterhaltsame sowie spannende Stunden zu geniessen und dabei ins 13. Jahrhundert abzutauchen. Dieses Buch kann nur mit 10 Punkten bewertet werden und es bekommt natürlich eine Leseempfehlung von mir.

© claude


Freitag, 26. September 2014

Der Fluch der Zuckerinsel von Nora Berger

Unterhaltsamer historischer Liebesroman

Auf der Insel Martinique verlieben sich Anfang des 19. Jahrhundert Annabelle und Léon ineinander. Doch diese Liebe wird von ihren Familien nicht gebilligt. Beide sind die Kinder von reichen Zuckerrohr-Plantagenbesitzern, aber ihre Familien sind seit Jahren verfeindet. Zusätzlich erschüttern immer wieder Sklavenaufstände die Ruhe der Insel. Die Liebe von Annabelle und Léon ist stark, aber Léon will vor einer Heirat noch sein Medizinstudium in Paris vollenden. Aus diesem Grund verlässt er erst einmal ohne Annabelle die Insel. Aber während seiner Abwesenheit überschlagen sich die Ereignisse und Annabelle ist gezwungen ihre Liebe zu verraten. Währenddessen erleidet Leon bei seiner Überfahrt nach Europa Schiffbruch und gilt als verschollen. Schließlich flieht auch Annabelle von der Insel und besteigt ein Schiff mit Ziel Paris. Was wird sie auf dieser Reise erleben und wird sie Léon jemals wieder sehen?

Bei diesem historischen Roman von Nora Berger war ich sehr gespannt auf die Geschichte, welche  sich in diesem Buch zwischen ca. 500 Seiten verbirgt. Der Klappentext hatte mich extrem neugierig gemacht. Schließlich liebe ich Liebesgeschichte mit historischem Hintergrund. Die Autorin war mir bisher noch total unbekannt, aber das hinderte mich nicht, denn ich entdecke gerne neue Schriftsteller für mich. Das Glück war mir auch bei dieser Wahl hold. Schnell nahm mich die Liebesgeschichte um Annabelle und Léon für sich ein. Der Schreibstill passte so hervorragend zu den beiden Liebenden und auch der Fluch und die abergläubische Lebensweise bzw. Denkweise der Menschen zu dieser Zeit wurde sehr eindrucksvoll dargestellt.

Nora Berger hat hier keinen seichten Liebesroman geschrieben. Vielmehr hat sie herausgestellt wie hart das Leben Anfang des 19. Jahrhunderts sein konnte. Krankheiten und Aufstände werden sehr bildhaft dargestellt. Aus diesem Grund gab es in diesem Buch auch eine Menge Freunde und Verwandte die Annabelle zu Grabe tragen musste. Anfangs fand ich das vielleicht ein wenig störend und auch etwas brutal, aber leider war und ist das Leben nun mal hart. Nicht jeder kann gerettet werden, auch wenn ich es mir noch so sehr wünsche. Diese realistische Erzählweise hat mir zu guter letzt sehr gut gefallen und sie hat die Geschichte realistischer erscheinen lassen.

Ein sehr spannender und emotionaler historischer Liebesroman, der gerne fortgesetzt werden darf, denn leider sind nicht alle meine entstandenen Fragen beantwortet worden. Von mir bekommt dieses Buch 8 von 10 Punkte und eine klare Leseempfehlung.

© claude

Mittwoch, 10. September 2014

Der Sommer der Freiheit von Heidi Rehn

Der Krieg verändert das Leben

1913 -  Die Welt ist Anfang des 20. Jahrhunderts noch in Ordnung. Selma, Tochter einer angesehenen Zeitungsverlegerfamilie aus Bonn ist wie jedes Jahr mit ihrer gesamten Familie in Baden-Baden um die Sommerfrische zu geniessen. Mit ihrem Vater, den Abgeordneten, ihrer Mutter, dem Bruder, der gerade die Bestätigung für seine Pilotenausbildung erhalten hat und ihrer Großmutter, die heimlich unter einem Pseudonym Geschichten in Zeitschriften veröffentlicht. Sie alle geniessen den Sommer 1913 sowie das elegante Ambiente in Baden-Baden.

Selma allerdings wartet ungeduldig auf ihren Verlobten Gero, der Anwalt in Berlin ist. Selma hat gerade ihren Führerschein gemacht und der ausbleibende Gero sendet ihr sein Auto als Ersatz. Aus Langeweile und Ungeduld getrieben unternimmt Selma mit ihren Bruder einige Ausflüge in die nähere Umgebung und lernt so ihre neue Freundin Constanze kennen. Bei weiteren Ausflügen mit ihrer neuen Freundin kommt es auch zu einer Begegnung mit dem französischen Fotografen Robert und schon bald ist dieser neue Freund ein Feind ihres Vaterlandes. Welchen Weg werden Selma, Constanze, Gero und auch Robert in Zeiten des ersten Weltkriegs gehen?

Es scheint in diesem Jahr sehr viele historische Romane zum Thema des Ausbruchs und den Verlauf des 1. Weltkriegs zu geben. Das ist durchaus nicht verwunderlich schreiben wir doch das Jahr 2014. Erst hundert Jahre sind seit diesem Ereignis, diesem Teil der deutschen Geschichte vergangen.

Dieser Roman von Heidi Rehn beginnt bereits vor den endgültigen Ausbruch des Kriegs und zeigt auf wie unbeschwert der Sommer 1913 noch gewesen sein muss. Die Bevölkerung rechnete nicht mit dem Schlimmsten, denn ein Ausbruch des Krieges war für sie unvorstellbar.

Immer wieder kann ich in historischen Aufzeichnungen lesen, dass die Deutschen wirklich ganz fest glaubten es würde nur ein kurzer Krieg. Heute wissen wir wie sehr sie sich damals getäuscht haben. Viele Menschen mussten unnötig sterben und ich hatte beim Lesen das Gefühl die Resignation und Frustration der Soldaten und der Bevölkerung auch zu spüren. Die Autorin transportiert sehr anschaulich wie zunehmend frustrierend der Kampf in jedem weiteren Kriegsjahr gewesen sein muss.

Selma und Constanze sind starke Frauen in einer Zeit des Kampfes und des Umschwungs. Sie haben im Lauf der Geschichte meine Sympathie gewonnen, aber nicht immer konnte ich all ihre Entscheidungen nachvollziehen, dass könnte natürlich daran liegen, dass ich nicht alle Konventionen dieser Zeit so wirklich verstehen kann bzw. will.

Insgesamt war die Geschichte von Heidi Rehn sehr ansprechend, interessant und auch sehr unterhaltsam. Leider haben mich aber einige Zeitsprünge ein wenig gestört. Aus diesem Grund kann ich leider nicht die volle Punktzahl geben. Somit gebe ich 8 von 10 Punkte und eine Leseempfehlung für Freunde von historischen Romanen.

© claude


Donnerstag, 4. September 2014

Das Haus am Alsterufer von Micaela Jary

Hamburg Anfang des 20. Jahrhunderts

Diese Familiensaga beginnt im Jahre 1911 in Hamburg. Der Reeder Victor Dornhain hat drei sehr verschiedenen Töchter. Die kreative Nele, die Malerei in München studiert. Die kämpferische Ellinor, die einmal das Familienunternehmen übernehmen soll sowie die verwöhnte und egoistische Lavinia, die immer ihren Kopf durchsetzen will. Genau dieser Dickkopf von Lavinia bereitet Victor Dornhain arge Kopfschmerzen, denn sie will unbedingt den Architekten Konrad Michaelis heiraten. Dass sie mit dieser Heirat ihre Schwester Nele sehr unglücklich macht ahnt Lavinia nicht, denn diese liebt den Bräutigam im Verborgenen. Etwa zur selben Zeit kommt ein neues Hausmädchen zu den Dornhains, die 16-jährige Klara Thießen. Sie ist die illegitime Tochter des Reeders, aber nur er und seine Mutter Charlotte Dornhain wissen darüber bescheid. Dann drei Jahre später bricht der 1. Weltkrieg aus. Dieser verändert das Leben der Familie und das Schicksal sorgt dafür, dass die Karten noch einmal neu gemischt werden.

Dieser historische Roman der Autorin Micaela Jary hat mir sehr gut gefallen. Schnell habe ich mich in die Geschichte einfinden können, was unter anderen dem tollen und auch sehr angenehmen Schreibstil der Autorin zu verdanken ist. Auch hat sie es mit einer Leichtigkeit geschafft zu jedem Ende eines Kapitels meine Neugierde aufrecht zu erhalten und mich somit dazu animiert die Geschichte immer direkt weiterverfolgen zu wollen.

Besonders angenehm fand ich es, dass die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln der jeweiligen Protagonisten erzählt wurde. So hatte ich immer das Gefühl jeden in der Familie heimlich über die Schulter zu schauen. Ich war mittendrin in den Ereignissen, den Geschehnissen und Tragödien, welche die Familie erlebte bzw. durchlebte. Fast fühlte ich mich wie ein Mitglied der Familie, ein stilles Mitglied, dass heimlich alles beobachtet und hofft, dass sich alles zum Guten wendet. In diesem Buch wurde vorrangig die Geschichte von Lavinia, Nele, Konrad und auch Klara erzählt. Gerne hätte ich unter anderem noch weitere Details über Ellinor und ihr Leben erfahren. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass es hier noch eine weitere Geschichte von der Autorin geben wird.

Insgesamt hat mir die Geschichte der Familie Dornhain sehr gut gefallen und Micaela Jary hat mich mit ihrer Schrebikunst als neuen Fan gewonnen. Gerne lese ich auch noch weitere Bücher der Autorin und bewerte dieses Buch mit der vollen Punktzahl, also mit 10 Punkten.

© claude

Freitag, 22. August 2014

Gastrezension - Piagnolia von Matthias von Arnim

 Wetten?

„Seht auf diesen Mann“, sagte er und klopfte ihm auf die Schulterklappen. „Das ist ein echter, arischer Römer. Ein Mann, auf den ich mich verlassen kann! Ein Vorbild für euch alle! Vittorio, wenn wir diese Weltmeisterschaft gewinnen und dem Rest der Welt damit ein weiteres Mal Italiens Größe und Macht beweisen, werde ich ein Schiff nach dir benennen“, rief Benito Mussolini.     (S. 119)

Wir befinden uns im Jahre 1934 n. Chr. Ganz Italien tanzt nach Roms Pfeife… Ganz Italien? Nein! Ein von unbeugsamen Dörflern bevölkertes Nest in der Nähe von Florenz hört nicht auf, Benito Mussolini Widerstand zu leisten…

Im Jahr 1934 fand die Fußball-Weltmeisterschaft in Italien statt. Um das gesamte Turnier und den Sieg Italiens ranken sich Gerüchte, die von Bestechungsmaßnahmen sprechen. Es gibt Manipulationsvorwürfe, Schiedsrichter sollen alles andere als neutral gepfiffen haben und man hat festgestellt, dass unter anderem die italienische Nationalmannschaft Spieler aufstellte, die als Nicht-Italiener eigentlich nicht hätten im Team sein dürfen. Man kann wohl unbesorgt behaupten, dass Mussolini ein Sieg Italiens im eigenen Land enorm wichtig war.

Wie genau sind wohl die Bestechungen abgelaufen? Wer hat sich um alles gekümmert, sämtliche Fäden gezogen? Hier im Buch hat Mussolini eine „Spezialabteilung“ beauftragt, sich zum einen um die Finanzierung der WM zu kümmern und zum anderen dafür zu sorgen, dass Italien das Turnier gewinnt. Wie ist egal, alles ist erlaubt.

Tatsächlich sieht es auch so aus, als ob die „Spezialabteilung“ alles im Griff hat. Die Spiele verlaufen planmäßig und wenn man das Ergebnis schon vorher weiß, kann man auch prima darauf wetten und damit die schwarzen Kassen füllen. Vermutlich hatten weder Oberst Vittorio Briccone, Sonderbeauftragter für die Finanzierung der WM, noch Achille Starace, Sekretär der faschistischen Partei Italiens damit gerechnet, dass ein paar Dorfbewohner ihnen ernsthafte Schwierigkeiten machen könnten. Aber die Menschen in Piagnolia, einem fiktiven Dorf in der Toskana, möchten sich weder erpressen noch finanziell ausbeuten lassen. Und sie haben zwei Stärken: Zum einen ihr Zusammengehörigkeitsgefühl und zum anderen einen gewissen Guido Ventura, der in Piagnolia aufwuchs, aber in der letzten Zeit ein Mitarbeiter der „Spezialabteilung“ war. War – wohlbemerkt.

Dieses Buch hat einfach nur Spaß gemacht! Die fiktive Handlung passt sich perfekt in den historischen Rahmen ein. Das Nachwort klärt den Leser darüber auf, dass „alle im Roman beschriebenen Fußballspiele, ihre Verläufe und die Ergebnisse den Tatsachen entsprechen, ebenso wie die im Roman beschriebenen historischen Begebenheiten, die zum Teil erheblichen Einfluss auf den Verlauf der Fußballweltmeisterschaft hatten.“ Einige dieser Begebenheiten lesen sich so schräg, dass man trotzdem nachgoogelt (zumindest ging mir das so) und die Bestätigung liest.

Ich behaupte jetzt auch mal, dass man nichts von Fußball verstehen muss, um an den hier vorkommenden Spielen seine Freude zu haben. So sehr geht es überhaupt nicht ins Detail. Viel wichtiger sind die Charaktere dieses Buches – und davon gibt es einige erwähnenswerte!

Da sind zunächst mal die Bösen, Mussolini, Briccone und Starace. Die sind einfach nur fies und leider auch sehr mächtig. Und auf der anderen Seite haben wir ein wunderbares Team, dem unter anderem der kommunistische Bürgermeister von Piagnolia, der Dorfpfarrer, ein junges Mädchen und ein leicht trotteliger Bauer angehören. Unterstützt wird das Dorfteam noch von einem Sportreporter aus New York und dem oben schon erwähnten Guido Ventura. Vor allem der Pfarrer hatte schnell mein Herz erobert. So wie er sich benimmt, wird er sicher nie Bischof. Obwohl… Wenn er es drauf anlegen würde, vielleicht doch ;-) Denn eins ist klar: Dieses Team ist ein würdiger Gegner!

Die Kapitelaufteilung richtet sich nach „Tagen bis zum Endspiel“, man merkt also sehr genau, wie der große Tag näher rückt. Als ich das Kapitel mit besagtem Finale vorhin las, merkte ich zu meinem großen Vergnügen, dass ich total gespannt den Spielverlauf verfolgte, obwohl ich doch genau wusste, wie das Spiel endete. Toll geschrieben, kann ich da nur sagen!

Die Bezeichnung „Krimi“ finde ich allerdings ein bisschen irreführend. Gut, es gibt auch einen Toten, aber der dient eher dem Zweck, einige sehr schwarzhumorige Passagen (die ich absolut herrlich fand!) zu unterstützen. Vorne auf dem Buch steht „Roman“ und dabei sollten wir bleiben.

Fazit: Ein flott zu lesendes Buch, das einfach Spaß macht. Sicher auch einem Nicht-Fußballfan ;-)

Hier findet ihr auch noch eine Leseprobe zum Buch.

© Manu

Sonntag, 10. August 2014

Die Rache des Normannen von Ulf Schiewe

Ein spannender historischer Roman

Wir schreiben das Jahr 1054 und befinden uns in Süditalien. Hier lebt die Contessa Gaitelgrima. Sie ist die Gemahlin des normannischen Grafen von Apulien und sie reist mithilfe der Leibwächter ihres Schwagers Robert nach Salerno. Dort in ihrer Heimat soll ihr neugeborener Sohn an der Seite ihres Bruders, Prinz Guaimar, getauft werden. Der junge Normanne Gilbert führt die Leibgarde zum Schutz der Contessa an. In Salerno angekommen beeindrucken den jungen Normannen der Reichtum und Opulenz dieser Stadt, aber schon bald muss er erkennen, dass hinter der Fassade ein gewaltiger Machtkampf entbrannt ist. Dieser droht die Prinzenfamilie zu vernichten. Gilbert und seine Gefährten finden sich schon bald inmitten eines Aufstands und müssen um ihr Leben fürchten, denn sie riskieren alles um das Leben der Contessa und ihres Sohnes zu retten.

Dieser historische Roman von Ulf Schiewe beschönigt nichts. Vielmehr zeigt er dem Leser wie hart, grausam, blutig und auch umkämpft das Leben insgesamt in der Zeit des 11. Jahrhunderts war. Mit seinem unschnörkeligen und direkten Erzählstil erzählt der Autor die Geschichte des Normannen Gilbert. Diese direkte Art gefiel mir außerordentlich gut.

In seinem Roman entführt uns Ulf Schiewe bereits zum 2. Mal in das Leben seines Helden Gilbert, von den Lombarden auch Gilberto genannt. Leider habe ich das erste Buch bisher nicht gelesen, aber ich konnte ohne weiteres Vorwissen auch mit diesem Buch ganz großartig in die Geschichte einsteigen. Ulf Schiewe versteht es hervorragend auch den bisher unwissenden Leser mit seinem Buch abzuholen, nicht zu viel vom ersten Teil zu verraten und somit auch Stammleser nicht mit unnötigen und langwierigen Wiederholungen zu langweilen. Das ist ihm wirklich sehr gut gelungen. Das schafft leider nicht jeder Schriftsteller wie ich schon oft feststellen musste.

Schön finde ich auch, dass in diesem Buch eine Karte mit den Handlungsorten abgedruckt worden ist. Hier konnte ich hervorragend für mich visualiseren wo sich der Trupp gerade befindet. Auch das Personenregister hat es mir, als Neuling im Leben von Gilbert, einfacher gemacht mich zurechtzufinden und nicht komplett alle handelnden Personen durcheinander zu bringen.

Dieses Buch hat mir so gut gefallen, dass ich auch bereits den ersten Teil der Normannen käuflich erworben habe. Ich freue mich schon auch diesen noch einmal zu lesen und bin natürlich sehr gespannt wie es im 3. Teil weitergehen wird.

Von mir bekommt dieser wunderbar erzählte und sehr spannende historische Roman von Ulf Schiewe 10 von 10 Punkte. Ich finde jeder historienbegeisterte Leser sollte diese Reise ins 11. Jahrhundert antreten und das Leben der Normannen einmal durch die Augen von Gilbert erleben.

© claude