Freitag, 30. August 2013

Lieber George Clooney, bitte heirate meine Mutter von Susin Nielsen

Wenn zwei sich scheiden lassen, dann leiden die Kinder

Wie der Titel des Buches schon sagt, hat Violet einen besonderen Wunsch. Sie möchte, dass George Clooney ihre Mutter heiratet und ihr neuer Stiefvater wird. Schließlich hat ihre Mutter bereits einmal mit George zusammengearbeitet. Sie war am Set Haarstylistin und hat ihm die Haare natürlich perfekt gestylt. Violet beschließt einen Brief an George mit ihrer Bitte zu schreiben. Aber dieser Brief scheint Georg nicht persönlich zu erreichen und dann macht sich Violet auf den Weg nach Hollywood und besucht ihren Vater, der Regisseur ist, damit sie persönlich mit George Clooney sprechen kann. So schwer kann es doch nicht sein George am Set zu treffen.

Als ich das Cover des Buches zum erstem Mal sah und den Klappentext gelesen hatte, da bin ich davon ausgegangen hier ein Buch aus dem Bereich chick lit Literatur vor mir zu haben. Aber da habe ich mich doch komplett geirrt. Dieses Buch von Susin Nielsen ist mehr als nur eine lockere und leichte Lektüre. Die Geschichte ist tiefgründig und nicht nur amüsant.

In diesem Buch wird gezeigt mit welchem Problemen sich zurückgelassene Kinder nach einer Scheidung befassen müssen, wie sie versuchen in ihren Umfeld mit der Veränderung zurechtzukommen. Es ist nicht immer leicht den neuen Partner des Vaters oder der Mutter zu akzeptieren. Hier werden Pläne geschmiedet. Unter anderem werden neue potentielle Partner ausspioniert, bis zum Letzten und sehr effektiv ausgefragt und auch mal auf sehr einfallsreiche Weise ausgetrickst. In ihren Buch zeigt uns die Autorin, wie eine Jugendliche versucht die Balance zwischen ihren Eltern, den neuen Partnern und den neuen Geschwistern zu halten bzw. einfach emotinal zu überleben. Es ist ja bestimmt nicht immer leicht Erwachsen zu werden, aber es ist noch ein wenig schwieriger, wenn man das Gefühl hat zurückgelassen zu werden.

Alles in Allem hat mir das Buch sehr gut gefallen. Das ernste Thema wurde von der Autorin auf sehr schöne, aber auch originelle, manchmal auch böse Weise behandelt. Der Schreibstil war sehr angenehm und flüssig zu lesen. Ich vergebe hier sehr gerne 9 von 10 Punkte.

© claude

Ein Fest im Sommer von Erica Bauermeister

Lebe dein Leben

Nach 18 Monaten hat es Kate geschafft. Sie hat den Brustkrebs besiegt und feiert mit ihren sechs besten Freundinnen an einen lauen Sommerabend eine Siegesparty. Die Stimmung ist ausgelassen, doch dann erzählt Kate von dem Geschenk ihrer Tochter Robin. Diese hat Kate einen Gutschein für eine Rafting-Tour im Grand Canyon im nächsten Jahr geschenkt. Kate fühlt sich ein wenig hilflos und weiß nicht, ob sie dieses Geschenk annehmen soll bzw. ob sie diese Tour auch schaffen wird. Ihre Freundinnen raten ihr zu diesem Abenteuer. Schließlich macht eine von ihnen den Vorschlag im nächsten Jahr sollten sie alle etwas unternehmen, was sie bisher nicht in Angriff genommen haben oder wozu ihnen bisher der Mut gefehlt hat. Kate ist einverstanden, aber nur unter einer Prämisse. Sie darf entscheiden welche Aufgabe die Freundinnen jeweils lösen müssen. Die Freundinnen stimmen zu und so beginnt ein neues Lebensjahr mit einigen Überraschungen und Wandlungen.

Diese Geschichte von Erica Bauermeister hat mir gut gefallen. Sie zeigt, dass jeder von uns Ängste und Träume hat, die es zu besiegen oder zu leben gilt. Die Aufgaben die Kate aussucht sind nicht unlösbar und oftmals auf den ersten Blick für den Leser auch recht simple, ja geradezu einfach. Schaut man sich aber die Lebenssituationen der Freundinnen genauer an und lernt diese besser kennen, erkennt der Leser, dass Kate sich über jede ihrer Freundinnen ernsthaft Gedanken gemacht hat. Schließlich hat sie diese in ihren Krankheitstagen gut genug kennengelernt.

Erica Bauermeister schafft es mit ihrer Erzählweise den Leser in die Welt der Freundinnen zu entführen. Jeder widmet sie ein Kapitel. Hier beschreibt sie kurz aber nicht zu knapp deren Lebenssituation und erzählt von der Aufgabe und deren Bewältigung. Diese Aufteilung hat perfekt zu der Geschichte gepasst und am Ende erfahren wir wie Kate zusammen mit ihrer Tochter ihre Rafting-Tour erlebt und überlebt. Ich hätte mir zum Abschluss vielleicht noch einmal ein Treffen aller Freundinnen gewünscht, aber auch so war die Geschichte sehr lesenswert.

Ich kann dieses Buch bedenkenlos weiterempfehlen und gebe 9 von 10 Punkte.

© claude

Mittwoch, 28. August 2013

Ein ganzes halbes Jahr von Jojo Moyes

Die beste Zeit ihres Lebens

Louise Clark wohnt in einem kleinen Ort und arbeitet seit 7 Jahren in einem kleinen Cafe. Mit dieser Arbeit ist sie glücklich. Doch eines Tages verliert sie ihren Job und muss sich eine neue Arbeit suchen. Sie hat nach der Schule keine Ausbildung gemacht und außer Tee kochen und Gäste zu unterhalten hat sie leider keine wirkliche Arbeitserfahrung vorzuweisen. Im Jobcenter muss sie feststellen, dass die Jobs für sie sehr spärlich gesät sind und sie fällt in ein tiefes Loch. Was soll sie in bzw. mit ihrem Leben machen?

Will Traynor hatte einen schweren Unfall und kann seit diesem Zeitpunkt nicht mehr für sich alleine sorgen. Er ist querschnittsgelähmt und auf die Hilfe anderer Personen angewiesen. Er weiß, dass er dieses Leben so nicht führen will, dieses neue Leben, dass so stark von seinem vorherigen aktiven und erfüllten Leben abweicht.

Lou und Will treffen aufeinander, als Wills Mutter Lou als Pflegehilfe einstellt. Hier beginnt die Geschichte von Lou und Will.

Ich habe das Buch von Jojo Moyes verschlungen. Es handelt sich hier um eine sehr emotionale und anrührende Geschichte, die zeigt wie die Freundschaft und auch die Gefühle der beiden Hauptpersonen sich verändern, wie sie wachsen. Lou macht in dieser Geschichte eine so positive Entwicklung durch. Sie schafft es sich mit Wills Hilfe weiterzuentwickeln und auch mal Wünsche zu äußern bzw. auch zu leben.

Mich hat die komplette Geschichte sehr berührt und schließlich auch zu Tränen gerührt. Ich habe die ganze Zeit überlegt, wie würde ich in so einen Fall reagieren? Was würde ich versuchen, um Will umzustimmen bzw. würde ich wirklich versuchen seine Meinung zu ändern? Ich bin immer noch ganz gefangen von dem Thema des Buches und werde auch noch einige Tage brauchen, um die Thematik zu verdauen.

Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen. Ich gebe hier gerne eine Leseempfehlung und natürlich 10 von 10 Punkte. Wer aber so nah am Wasser gebaut hat wie ich, den muss ich noch warnen. Ihr braucht definitiv Taschentücher beim Lesen dieses Buches.

© claude

Dienstag, 27. August 2013

Ein verhängnisvoller Winter von Daniela Frenken

Ein Winter am Niederrhein und der Tod geht um

Deutschland am Niederrhein der 2. Weltkrieg ist seit einiger Zeit beendet, aber seine Auswirkungen sind noch immer zu spüren. Einige der Kriegsrückkehrer sind an ihren Verletzungen bzw. ihren Gebrechen, die sie aus diesem Krieg davongetragen haben auch noch in den nachfolgenden Jahren gestorben. So auch der Mann von Margot. Nun ist sie ganz allein und hochschwanger. Zusätzlich muss sie sich noch um den Hof und ihren alten Schwiegervater kümmern. Sie ist mit ihrer Kraft am Ende und schreibt der Mutter, die in Essen wohnt einen Brief und bittet um Hilfe. Aber da die Städter sich mit Landwirtschaft nicht wirklich auskennen, kommen sie auf die Idee, Josefine zu ihrer Cousine als Unterstützung zu schicken, da sie in den Kriegsjahren auf einem Hof ausgeholfen und mitangepackt hat. Josefine ist wenig begeistert von diesem Vorschlag, aber sie fügt sich ihrer Familie und macht sich auf die Reise an den Niederrhein. Als Margot ins Krankenhaus kommt und der Schwiegervater schwer krank wird übernimmt Josefine die ganze Arbeit die am Hof anfällt. Der alte Mann scheint auf den Weg zur Besserung zu sein, doch dann findet Josefine ihn eines morgens Tod in seinem Bett.

Der Leser erfährt direkt, dass der alte griesgrämige Mann umgebracht wurde. Josefine hingegen denkt er ist an seiner Krankheit gestorben. Was der Leser nicht erfährt ist, bei wem es sich um den Mörder handelt und warum der alte Mann sterben musste?

Spätestens in diesem Moment hatte Daniela Frenken mich soweit gepackt, dass ich mit der Lektüre dieser Geschichte nicht aufhören konnte. Als einige Zeit später der Täter einen weiteren Mord begeht und auch hier kein Verdacht geschöpft wird, konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen.

Die Autorin schafft es auf einfache Weise, den Leser an ihre Geschichte zu fesseln und Spannung aufzubauen. Ihr Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und machte es mir leicht der Geschichte schnell zu folgen. Auch hielt das Ende der Geschichte noch die eine oder andere Überraschung für mich bereit.  Ich vergebe für diese Geschichte 9 von 10 Punkte.

© claude

Liebe verlernt man nicht von Lilli Beck

Liebe kennt kein Alter

Paula ist frisch geschieden, als ihr Sohn zu seiner Verlobungsparty im Hause seines Vaters einlädt. Eigentlich will sie gerne zu dieser Feier gehen. Aber allein auf dieser Party auftauchen, dass will sie dann doch nicht. Ihre Freundin Biggy habt die Idee, dass sie doch mit einem gemieteten Mann zur Party kommen könnte. Erst ist Paula gegen diesen Vorschlag, als ihnen dann aber Biggis Bruder Karl über den Weg läuft, fragt Paula diesen, ob er sie zur Verlobung begleitet.

Alles läuft gut auf der Feier und die Freundinnen haben nun die Idee eine Agentur für Singles 50+ zu gründen, bei der man noch einmal den richtigen Partner finden kann. Schließlich ist Paula sonst auch eine gute Kupplerin und damit ihre Agentur auch ein voller Erfolg wird, begibt Paula sich auf Recherche und mietet sich einen Mann für eine Nacht.

Diese Buch von Lilli Beck ist hervorragend als Lektüre für zwischendurch geeignet. Es handelt sich hier um einen amüsanten und kurzweiligen Roman, den ich in 2 Tagen komplett durchgelesen habe. Der Schreibstil der Autorin ist angenehm und flüssig zu lesen.

Es handelt sich hier um einen typischen Frauenroman, der nicht nur für Frauen über 50 sehr unterhaltsam ist. An der ein oder anderen Stelle hat es Lilli Beck auch geschafft mich zum Schmunzeln zu bringen. Ich vergebe für diese Geschichte 7 von 10 Punkte.

© claude

Der Hexenschwur von Deana Zinßmeister

Ein wunderbarer historischer Roman

Der Dreißigjährige Krieg wütet schon einige Zeit in Deutschland und erreicht auch im Jahre 1635 endgültig die Saar. Johann will endlich wieder zurück in seine Heimat Thüringen und beschließt mit seiner Familie nach Eichsfeld zurückzukehren. Vor 17 Jahren musste er aus dieser Gegend fliehen, weil seine Frau als Hexe verleumdet und angezeigt wurde. Seine Frau, seine Tochter und seine Freunde sind von der Idee der Heimkehr nicht begeistert, aber Johann lässt sich von seinem Vorhaben nicht abbringen. Bisher hatte die Familie an der Saar nicht viel vom Krieg miterlebt. Nun müssen sie sich auf ihrer Reise mit den Gefahren und dem Schrecken des Krieges auseinandersetzen. Doch sie haben Glück im Unglück. Ein schwedischer Tross gewährt ihnen Unterschlupf und Schutz. Arne der Arzt in diesem Tross setzt sich besonders für die Belange der Familie ein und die siebzehnjährige Tochter Magdalena fühlt sich sehr bald zu ihm hingezogen. Doch sie darf ihren Gefühlen nicht nachgeben. Schließlich gehört Arne zu den Schweden und somit eigentlich zu ihren Feinden.

Diese Geschichte von Deana Zinßmeister ist der 3. Teil ihrer Hexentriologie. Leider habe ich bisher die ersten 2 Teile nicht gelesen, kann aber sagen, dass man diesen Teil trotz allem problemlos verstehen kann auch ohne die anderen beiden Teil gelesen zu haben. Die Autorin schafft es wunderbar den Leser mit ihrer Erzählweise anzulocken, abzuholen und auf ihre Reise an die Saar und schließlich auf den Weg nach Thüringen mitzunehmen.

Bereits im Prolog baut sie eine Spannung auf, die mich als Leser dazu verleitet hat die Geschichte sofort weiterzuverfolgen. Aufkommende Fragen mussten beantwortet werden und Deana Zinßmeister schafft es auf beeindruckende Weise mich den Leser in die Geschichte einzuführen und nicht mehr loszulassen. Der Schreibstil hat mir sehr gefallen und mich mitgerissen. Dabei habe ich gar nicht gemerkt, wie schnell die Zeit vergangen ist.

Besonders gut hat mir gefallen, dass die Autorin am Ende des Buches noch einmal aufgezeigt und erklärt hat, welche Fakten in ihren Buch auf wahre Begebenheiten beruhen und wo sie sich künstlerisch frei entfaltet hat. So hat der Leser noch einmal einen guten Überblick über historische Geschehnisse und kann gegebenfalls bei Interesse noch ein bisschen weiter recherchieren.

Ich bin so begeistert von diesem Buch, dass in jedem Fall noch weitere Geschichten der Autorin lesen werde. Ich möchte mich bei der Autorin für eine tolle Leserunde bedanken und hoffe, dass noch weitere Bücher aus ihrer Feder entspringen werden.

Ich kann diesem Buch nur 10 von 10 Punkte geben, denn es hatte alles was ich mir von einer tollen Geschichte wünsche und ich fühlte mich wirklich sehr gut unterhalten.

Reihenfolge der Hexentriologie:
1. Das Hexenmal
2. Der Hexenturm
3. Der Hexenschwur

© claude

Montag, 19. August 2013

Der Tote am Lido von Christian Försch

Warum musste Meserat sterben

Der Journalist Kasper Lunau macht zusammen mit seiner Lebensgefährtin Silvia und deren Kindern Urlaub in Italien. Es sollte ein sorgenloser Badeurlaub werden, aber dann finden die Kinder am Strand eine verstümmelte Leiche. Augenblicklich ist es mit dem erholsamen Urlaub und der Ruhe vorbei. Denn bei Lunau taucht Joy, die Verlobte des Opfers auf und bittet ihn um Hilfe. Es kommt wie es kommen muss, Lunau wird in diesen Mordfall hineingezogen, obwohl er eigentlich nichts damit zu tun haben will. Bald darauf wird die Tochter von Silvia entführt und der Entführer fordert für die Freilassung der Kleinen die Herausgabe von Joy. Wird Lunau den Entführer finden und gelingt es ihn die Zusammenhänge in Mordfall rechtzeitig richtig zu deuten?

Mit diesen Worten beginnt dieses Buch " Kannst du denn ertragen, was du siehst? Und kannst du dich ertragen, wenn du wegsiehst?" Ich finde das sind unheimlich starke Worte, über die jeder einmal nachdenken sollte.

Dieser Krimi von Christian Försch hat es mir nicht immer leicht gemacht. Anfangs hatte ich einige Schwierigleiten mich in Italien und im Mordfall zurecht zufinden. Vielleicht wäre es in diesem Fall einfacher gewesen, den Vorgängerroman"Das dunkle Gesicht Italiens" zuerst zu lesen, um den Journalisten und seine Geschichte schon besser zu kennen. Aber sobald ich mich eingelesen hatte, war die Aufklärung des Falles und der gesamten Umstände doch recht spannend und unterhaltsam.

Für jeden der dieses Buch gerne lesen möchte, kann ich nur vorschlagen den ersten Teil der Ferrara-Reihe zuerst zu lesen, damit die Lesereise mit einem flüssigen Start beginnen kann. Ich kann so leider so nur eine etwas geringere Punktzahl vergeben. Von mir gibt es 7 von 10 Punkte.

Reihenfolge der Ferrera-Krimis:

1. Das dunkle Gesicht Italiens
2. Der Tote am Lido

© claude