Donnerstag, 4. September 2014

Das Haus am Alsterufer von Micaela Jary

Hamburg Anfang des 20. Jahrhunderts

Diese Familiensaga beginnt im Jahre 1911 in Hamburg. Der Reeder Victor Dornhain hat drei sehr verschiedenen Töchter. Die kreative Nele, die Malerei in München studiert. Die kämpferische Ellinor, die einmal das Familienunternehmen übernehmen soll sowie die verwöhnte und egoistische Lavinia, die immer ihren Kopf durchsetzen will. Genau dieser Dickkopf von Lavinia bereitet Victor Dornhain arge Kopfschmerzen, denn sie will unbedingt den Architekten Konrad Michaelis heiraten. Dass sie mit dieser Heirat ihre Schwester Nele sehr unglücklich macht ahnt Lavinia nicht, denn diese liebt den Bräutigam im Verborgenen. Etwa zur selben Zeit kommt ein neues Hausmädchen zu den Dornhains, die 16-jährige Klara Thießen. Sie ist die illegitime Tochter des Reeders, aber nur er und seine Mutter Charlotte Dornhain wissen darüber bescheid. Dann drei Jahre später bricht der 1. Weltkrieg aus. Dieser verändert das Leben der Familie und das Schicksal sorgt dafür, dass die Karten noch einmal neu gemischt werden.

Dieser historische Roman der Autorin Micaela Jary hat mir sehr gut gefallen. Schnell habe ich mich in die Geschichte einfinden können, was unter anderen dem tollen und auch sehr angenehmen Schreibstil der Autorin zu verdanken ist. Auch hat sie es mit einer Leichtigkeit geschafft zu jedem Ende eines Kapitels meine Neugierde aufrecht zu erhalten und mich somit dazu animiert die Geschichte immer direkt weiterverfolgen zu wollen.

Besonders angenehm fand ich es, dass die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln der jeweiligen Protagonisten erzählt wurde. So hatte ich immer das Gefühl jeden in der Familie heimlich über die Schulter zu schauen. Ich war mittendrin in den Ereignissen, den Geschehnissen und Tragödien, welche die Familie erlebte bzw. durchlebte. Fast fühlte ich mich wie ein Mitglied der Familie, ein stilles Mitglied, dass heimlich alles beobachtet und hofft, dass sich alles zum Guten wendet. In diesem Buch wurde vorrangig die Geschichte von Lavinia, Nele, Konrad und auch Klara erzählt. Gerne hätte ich unter anderem noch weitere Details über Ellinor und ihr Leben erfahren. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass es hier noch eine weitere Geschichte von der Autorin geben wird.

Insgesamt hat mir die Geschichte der Familie Dornhain sehr gut gefallen und Micaela Jary hat mich mit ihrer Schrebikunst als neuen Fan gewonnen. Gerne lese ich auch noch weitere Bücher der Autorin und bewerte dieses Buch mit der vollen Punktzahl, also mit 10 Punkten.

Wer auch einmal in das Buch reinlesen möchte, der findet hier eine Leseprobe.

© claude

1 Kommentar:

  1. Hallo Doreen,
    das klingt gar nicht so schlecht, aber bei Familiengeschichten halte ich mich eher zurück.
    Lg, Nicole

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